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Kriminalität in Bayern sinkt weiter |
| Kriminalstatistik 2008 vorgelegt - Fürth ist die sicherste Großstadt |
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MÜNCHEN – Bayern wird immer sicherer: Die Kriminalität in Bayern ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Die Zahl der angezeigten Straftaten sank um etwas mehr als zwei Prozent auf gut 650.000. Die Polizei konnte fast zwei Drittel dieser Delikte aufklären, wie der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2008 in München sagte.
Im Vergleich mit anderen Bundesländern habe der Freistaat die niedrigste Kriminalitätsbelastung und die höchste Aufklärungsquote. Herrmann forderte nach dem Amoklauf von Winnenden und den tödlichen Schüssen im Landshuter Landgericht eine schnelle Einführung des geplanten bundesweiten Zentralregisters für Schusswaffen. «Nur den Ganoven geht’s in Bayern schlechter», sagte Herrmann.
Die Ergebnisse der neuesten Kriminalstatistik seien vor allem angesichts der Polizeireform erfreulich. Obwohl die Umstrukturierung der Polizei noch im Gange sei, habe Bayern seine Spitzenposition gehalten, sagte Herrmann. Die sicherste Region war den Angaben zufolge Oberbayern mit 4.378 Delikten pro 100.000 Einwohnern.
Fürth ist die sicherste Großstadt
Unter den Großstädten war Fürth am sichersten und Regensburg am gefährlichsten; dort entfielen auf 100.000 Einwohner 6.797 beziehungsweise 9.800 Straftaten. Jeder vierte aller Tatverdächtigen war jünger als 21. Herrmann sagte: «Besonders alarmierend ist für mich die Tatsache, dass im Jahr 2008 jeder sechste Jugendliche und knapp jeder dritte Heranwachsende bei Tatbegehung unter Alkoholeinfluss stand.»
Zur Kriminalität an Schulen sagte Herrmann, nach dem Amoklauf von Winnenden habe es in Bayern 140 Drohungen von Trittbrettfahrern gegeben. Gewalttaten hätten an der Gesamtzahl der Straftaten mit 3,3 Prozent zwar einen vergleichsweise geringen Teil, sagte Herrmann. Diese Art von Kriminalität beeinflusse aber das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders stark.
Herrmann fordert schärferes Waffenrecht
Im Jahr 2008 sei 596 Mal tatsächlich geschossen und in 577 Fällen zumindest mit einer Waffe gedroht worden. Obwohl diese Zahlen in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel gesunken seien, müssten waffenrechtliche Bestimmungen schärfer überwacht werden, forderte Herrmann. Wozu der Gebrauch von Schusswaffen führen könne, habe vor gut einer Woche das Familiendrama mit zwei Toten im Landshuter Landgericht gezeigt. Allerdings hatte der 60 Jahre alte Sportschütze die Tatwaffe legal besessen.
Dessen ungeachtet forderte Herrmann: «Wir müssen das Thema illegaler Waffenbesitz stärker in den Blick nehmen.» So könne ein bundesweites elektronisches Waffenregister den Zweck haben, den «Werdegang» einer Waffe von ihrer Herstellung bis zum Verkauf zu kontrollieren. «Mein Ziel für Deutschland ist, dass wir das schon 2012 erreichen», sagte Herrmann. Die Europäische Union schreibe zentrale Waffenregister in ihren Mitgliedsländern erst vom Jahr 2014 an vor.
Bayerische FDP übt Kritik an Herrmann
Wie vergangene Woche bereits Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) brachte auch Herrmann eine biometrische Sicherung von Waffen und Waffenschränken ins Gespräch. Nach Schäubles Willen sollen diese mit elektronisch lesbaren Fingerabdrücken gesichert werden, damit nur noch Berechtigte darauf zugreifen können. Die Generalsekretärin der bayerischen FDP, Miriam Gruß, kritisierte Herrmann. Die Kriminalstatistik dürfe nicht missbraucht werden, um «schnelle Änderungen im Waffenrecht aus dem Hut zu zaubern».
dpa |
| 15.4.2009 16:17 MEZ |
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