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| LOKALMELDUNGEN - NÜRNBERG |
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Integration: «mosaik» kämpft ums Überleben |
| «Das Interesse ist groß», doch die finanzielle Förderung läuft aus - Muslimische Familien werden beraten |
| Integration: «mosaik» kämpft ums Überleben |
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NÜRNBERG - Seit fast zwei Jahren engagiert sich die interkulturelle Anlaufstelle «mosaik» bei die Integration muslimischer Familien, speziell solcher aus dem arabischen Raum. Beraten werden außerdem Lehrer und Mitarbeiter sozialer Einrichtungen. Jetzt kämpft «mosaik» ums Überleben.
«Die Nachfrage übersteigt längst unsere Leistungsfähigkeit», sagte Simone Fahmy. Die Sozialpädagogin hat die Arbeit mit ihrem Ehemann Marwan Fahmy - er stammt aus Ägypten - im Städtedreieck Nürnberg, Erlangen Fürth aufgebaut.
Hintergrundwissen über den Umgang mit Moslems
Finanziert wird sie bisher hauptsächlich vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und den drei Städten. Die Förderung läuft allerdings aus. Die beiden Experten hoffen nun, dass sie die weitere Finanzierung ihrer Arbeit über Sponsoren oder Spender sichern können.
Die Anlaufstelle gehört zum Verein für sozialpädagogische Jugendbetreuung (vsj), einem freien Träger der Jugendhilfe. «mosaik» vermittelt bei Konflikten zwischen muslimischen Familien und der Mehrheitsgesellschaft. Außerdem geben die Fahmys Hintergrundwissen über den Islam oder über den passenden Umgang mit Moslems weiter.
700 Muslime erreicht
«Wie kann ich mein Kind beim Spracherwerb unterstützen?» Und: «Islamische Erziehung in einer westlichen Gesellschaft - ein Widerspruch?» Oder: «Die Frau im Islam - die Struktur der Familie im Orient» Das sind Themen, die für den Verein «mosaik» typisch sind. Fast 700 Muslime und noch einmal so viele Pädagogen hat das Ehepaar bisher mit seiner Arbeit erreicht.
«Das Interesse ist groß», versicherte Simone Fahmy in ihrer Bilanz. Viele der betroffenen Eltern hätten zum Beispiel keine Ahnung, was das Jugendamt ist und welche Aufgaben die Behörde erfüllt. In deutsch-arabischen Partnerschaften tun sich bei der Erziehung von Kindern bisweilen Gegensätze auf, die «mosaik» überbrücken kann. Und es geht auch um Gewalt in der Erziehung.
"Vor allem für Väter häufig ein Problem"
«Für viele arabische Eltern waren Schläge zu Hause oder in der Schule ganz normal», erzählte Marwan Fahmy, «bei ihren eigenen Kindern machen sie aus Hilflosigkeit dann einfach weiter.» In den «mosaik»-Seminaren können Eltern lernen, wie sie sich den notwendigen Respekt auch ohne Gewalt verschaffen können. «Vor allem für Väter ist das häufig ein Problem.»
Ein Teilnehmer hat an einem Familien-Seminar von «mosaik» mitgemacht. Er äußert sich begeistert: «Es ist erstaunlich, was man da an praktischer Hilfe mitbekommt.»
Er und sein Sohn seien dauernd wegen «nerviger Kleinigkeiten» aneinander geraten. In der Veranstaltung habe er gelernt, sich zu «beherrschen und die Ruhe zu bewahren». Ihm hat auch der Austausch mit anderen Familien gut getan: «Manche denken vielleicht zu schnell: Das brauche ich nicht.»
«Viel davon profitiert»
Auch Regina Trüb vom Bamf, Abteilung Integration, war mit Kollegen in einer «mosaik»-Veranstaltung. Sie trug den Titel «Was sollte ich wissen, wenn ich mit Muslimen zu tun habe?». Dabei seien Verhaltensmuster muslimischer Familien und deren Einstellungen analysiert worden, die vor allem auch für Bildungsfragen wichtig sind.
«Wir haben davon viel profitiert», bestätigte Trüb. Pädagogen könnten Bildungserfolge wesentlich steigern, wenn sie über interkulturelle Kompetenzen verfügen. «Sie ermöglichen einen professionellen Umgang mit kulturell, religiös und sprachlich nicht einheitlichen Gruppen von Kindern und Jugendlichen.»
Michael Kasperowitsch |
| 23.4.2009 |
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NÜRNBERGER NACHRICHTEN |
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