Nachrichten und Informationen aus FrankenNuernberger Nachrichten aktuellNuernberger Zeitung aktuell Überraschende Abstürze und Aufstiege
   
REGION + BAYERN  

Überraschende Abstürze und Aufstiege

In der Metropolregion wurde anders gewählt als erwartet
 Überraschende Abstürze und Aufstiege
Bitte Bild anklicken!
NÜRNBERG - Bei der Europawahl haben die Bürger in der Metropolregion für Überraschungen gesorgt. In Oberfranken, wo Strauß-Tochter Monika Hohlmeier angetreten ist, sackte die CSU teilweise um 15 Prozent ab. Dafür holten die Christsozialen in ihren Hochburgen im Landkreis Neumarkt knapp 60 Prozent. In der Stadt Erlangen kamen die Grünen auf knapp 20 Prozent und überflügelten erstmals die SPD.

Die einstige Kultusministerin Monika Hohlmeier ist in ihrer neuen Heimat offenbar nicht gut angekommen. Die Wähler straften sie dafür ab, dass sie gegen Widerstände in der eigenen Partei auf dem Oberfranken-Ticket einen vorderen Listenplatz ergattert hatte. In Pegnitz beispielsweise lag die Wahlbeteiligung über fünf Prozent höher als bei der EU-Wahl im Jahr 2004. Dennoch musste auch hier die CSU herbe Verluste einstecken. In der Stadt Bayreuth verlor die CSU über 13 Prozent, im Landkreis sogar 18.

FDP ist Gewinner

Doch die SPD konnte davon nicht profitieren. Sie musste in der Stadt rund drei Prozentpunkte abgeben und landete bei traurigen 16,9 Prozent. Gewinner ist hier die FDP, die 13,5 ergatterte. Die Freien schafften auf Anhieb 8,8 Prozent.

Dieser Trend setzte sich auch im oberfränkischen Kreis Forchheim fort. In der Stadt Forchheim stürzte die CSU um rund 14 Punkte auf 43,4 Prozent ab. Die SPD mit weiteren Verlusten (jetzt 13,6 Prozent) und die Grünen mit leichten Gewinnen (jetzt 12,5 Prozent) liegen fast gleich auf. Gewinner ist die FDP mit 11 Prozent.
Die Freien Wähler erwiesen sich vor allem im Kreis Fürth stark, wo ihre Spitzenkandidatin, die einstige Fürther Landrätin, Gabriele Pauli, zu Hause ist. In ihrem Wohnort Zirndorf, einer traditionellen SPD-Hochburg, bekamen die Freien 18,1 Prozent, die SPD erhielt «nur» 18,2 Prozent, die CSU kam auf 33 Prozent. In Großhabersdorf holten die Freien beachtliche 26,4 Prozent.

Grüne vor der SPD

Die Sozialdemokraten sind gestern in Erlangen von den Grünen überholt worden, die zwar 0,8 Punkte verloren haben, dennoch auf 19,6 Prozent kamen. Die SPD: 18,1 Prozent. Die CSU verlor hier rund zehn Prozent. Im Kreis Erlangen-Höchstadt trug die CSU Verluste von rund 14 Punkten davon, die SPD büßte hier gut zwei Punkte ein. Die Grünen verloren etwa einen Prozentpunkt.

Überraschendes in mehrfacher Hinsicht hielt die Oberpfalz parat. Die Bürger im Landkreis Neumarkt bewiesen, dass das zur-Wahl-gehen für sie erste Bürgerpflicht ist - die Wahlbeteiligung lag hier entgegen dem bundesweiten Trend bei 46,7 Prozent, in manchen Orten sogar bei fast 60 Prozent.
Sie schickten ihren EU-Abgeordneten Albert Dess (CSU) mit 59,7 Prozent abermals für die neue Legislaturperiode nach Straßburg und Brüssel. Die Wähler in Breitenbrunn etwa votierten mit über 70 Prozent für ihn.

Ein kleiner Grund zur Freude

Die SPD, auf die gerade einmal 7,6 Prozent entfielen und die damit rund drei Punkte hinter den Freien liegen, durfte sich dennoch ein klein wenig freuen: Der SPD-Kandidat Ismail Ertug aus dem benachbarten Amberg hat dank seines guten Listenplatzes den Sprung


Elke Grasser Reitzner
8.6.2009
Mehr zu diesem Thema
Mehr vom aktuellen Tagesgeschehen lesen Sie in Ihrer Zeitung. Jetzt abonnieren Link auf ein externes Angebot
 
  © NÜRNBERGER NACHRICHTEN