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NÜRNBERG -Wenn beim Norisring-Speedweekend wieder die Motoren röhren, dann drehen auch fünf Fahrer aus Nordbayern in fünf Serien auf dem Stadtkurs ihre Runden – so viele, wie schon lange nicht mehr.
Den größten Karrieresprung in seiner noch jungen Karriere hat Johannes Seidlitz hinter sich. Nach einem Jahr in der Formel BMW – Platz sieben in der Rookie-Wertung – und Rang zwei in der britischen Renault-Meisterschaft, landete der 19-Jährige aus Wassertrüdingen bei der Suche nach einem neuen Betätigungsfeld in der DTM. Eigentlich stand als nächste Stufe der Aufstieg in die Renault-Weltserie im Aufgabenheft. Doch es gab keine sicheren Sponsoren-Zusagen, «das Risiko war uns zu groß«, erzählt Seidlitz. Danach standen GT Masters, die Formel ADAC oder der Seat Leon Supercopa zur Debatte, doch auch diese Pläne wurden verworfen. Insgeheim liebäugelte Seidlitz schon mit dem Einstieg in die DTM, «aber erst 2010«. Manchmal hat man allerdings einfach Glück im Leben: «Ein Geldgeber fragte: Warum nicht gleich DTM?« Gesagt, getan. Jetzt fährt der Youngster in einem zwei Jahre alten Audi A4 des Gredinger Colles-Teams gegen Ekström und Co. Die Premierensaison begann mit Rang 13 in Hockenheim und einem Ausfall am Lausitzring.
Den logischen Karriere-Weg absolviert dagegen Marco Wittmann aus Markt Erlbach. Der ebenfalls 19 Jahre alte Mittelfranke begann seine Motorsport-Laufbahn wie so viele vor ihm im Kart. 2007 bestritt der junge Mann die Formel BMW in Deutschland und beendete sie auf Platz fünf, wurde zudem im Weltfinale in Valencia Zweiter. Anschließend stieg er mit der Nachwuchsserie zur Formel BMW Europa auf und wurde dort Vizemeister. Der nächste Schritt führte den jungen Rennfahrer folgerichtig mit dem Berliner Mücke-Team in die Formel-3-Euro-Serie. «Vom Speed her sind wir vorne dabei«, versichert Wittmann, der einen Dallara-Mercedes steuert. Doch das Feld liege sehr eng beisammen. schon der kleinste Fehler räche sich. Er werde ohnehin erst im zweiten Jahr angreifen – so wie Sebastian Vettel oder Lewis Hamilton, als sie noch in der Formel 3 fuhren und siegten. Der Norisring ist sein Heimspiel, viele Freunde und Verwandte verfolgen die Rennen, «aber das kann ich auf der Strecke ausblenden.« Ein Profi eben.
Auch für Andreas Pfister ist das Norisring-Speedweekend der Höhepunkt der Saison. «In doppelter Hinsicht, weil ich gleich um die Ecke wohne und weil mich der ADAC Nordbayern sehr unterstützt«, sagt der Seat-Leon-Fahrer. Der 21-Jährige aus Obersfeld, der im eigenen Team fährt und von den Mitarbeitern betreut wird, die auch im heimischen Autohaus beschäftig sind, hofft in Nürnberg auf eine Trendwende. Zwar fuhr Pfister beim Auftakt in Hockenheim auf die beste Startposition, doch im Rennen ging nichts mehr. Viel besser lief es in der Lausitz ebenfalls nicht.
Elia Erhart, der früher als Helfer am Norisring dabei war, greift nun zum dritten Mal im VW Polo auf dem 2,3 Kilometer langen Kurs ins Lenkrad. Eigentlich hatte der 21-Jährige den Aufstieg in den Seat-Leon-Cup geplant, doch das scheiterte an den Finanzen. Dafür klappte es in den bisher drei Läufen jeweils mit dem Sprung aufs Siegertreppchen: Zweimal wurde der Röttenbacher Zweiter, einmal Dritter. Und bei seinem Heimspiel, noch dazu vor Freunden und Bekannten, würde er am liebsten endlich den obersten Platz auf dem Podest erklimmen. Netter Nebeneffekt: Er könnte zugleich auch dem polnischen Spitzenreiter Maciek Steinhof die ersten Punkte abknöpfen.
Adel verpflichtet: Gerne mit Lamborghini Gallardo unterwegs ist Fürst Albert von Thurn und Taxis aus Regensburg. Im Vorjahr belegte er mit dem Kulmbacher Christoph Haase im GT Masters in dem italienischen Flitzer mit den Audi-Genen Rang zwei. In diesem Jahr ist der Oberpfälzer in der neuen Lamborghini Super Trofeo unterwegs, die auf dem Norisring debütiert.
Rainer Weichenrieder |