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NÜRNBERG - Riesiger Zuchterfolg im Nürnberger Tiergarten: In den vergangenen Wochen wurden fünf Kalifornische Seelöwen geboren. Damit ist die Gruppe am Schmausenbuck auf 21 Exemplare angewachsen.
Bereits 2008 hatte man fünfmal Nachwuchs, und auch in den Jahren zuvor erwiesen sich die Seelöwen als äußerst fruchtbar. Die Jungtier-Sterblichkeit ist seit der Jahrtausendwende gleich null. Ganz im Gegensatz zu anderen Säugern wie den Delfinen: Hier gelang es dem Tiergarten bekanntermaßen seit elf Jahren nicht mehr, ein Jungtier aufzuziehen. Die kleinen Tümmler sind allesamt bei der Geburt oder kurz danach verendet.
Sechste Generation wächst heran
Bei den Kalifornischen Seelöwen gab es in den 70er und 80er Jahre ebenfalls Probleme, doch seither ist die Nürnberger Gruppe stabil. Mittlerweile wächst schon die sechste Generation heran. Als Gründe für den Zuchterfolg nennt Helmut Mägdefrau, stellvertretender Direktor des Tiergartens, gute räumliche Bedingungen und die langjährige Erfahrung.
Die Pfleger können diesmal auf die Handaufzucht verzichten, denn alle Robben-Mütter haben ihre Jungen angenommen. Sie konzentrieren sich auf ihren Nachwuchs und lassen andere Gruppenmitglieder nicht zu nahe heran. Die Bindung von Mutter und Kind ist sehr stark, sie identifizieren sich gegenseitig am Geruch - der bei den Neugeborenen ziemlich aufdringlich ist - und an der Stimme.
Seelöwen vertilgen täglich reichlich Fisch
Die Kleinen säugen ein Jahr lang bei ihren Müttern, dann werden sie an Fischnahrung gewöhnt. Erwachsene Seelöwen-Weibchen fressen bis zu fünf Kilo Fisch pro Tag, während der Stillperiode sogar fast die doppelte Menge. Bei starker Kälte - etwa im Winter - ist der Futterbedarf ebenfalls hoch: Die männlichen Tiere verschlingen 25 Kilogramm Fisch täglich. Übrigens: Jede Gruppe hat nur einen erwachsenen Bullen - einen zweiten würde der «Haremsführer« nicht neben sich dulden.
Daher wird der männliche Nachwuchs nach einem Jahr an andere Zoos abgegeben, teilweise in reine Bullengruppen. Auch die weiblichen Jungrobben kommen anderweitig unter. Die Nürnberger Nachzuchten sind ein beliebter «Exportartikel«: In den vergangenen 18 Jahren sind 43 Robben aufgezogen worden. Sie bevölkern heute deutsche Zoos, aber auch Einrichtungen in Spanien, Frankreich, Holland, Ungarn, Israel, China und Japan.
Hartmut Voigt |