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Erstmals wird einer Fachklasse der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg die Möglichkeit geboten, sich im Neuen Museum (NM) zu präsentieren.
Unter dem Motto «Denk daran wie . . . du bist» zeigen 29 Studenten aus dem Fachbereich Grafik-Design die ganze Bandbreite ihrer Gestaltungsmöglichkeiten. Ob Handzeichnung, Videoclip, Illustration oder Fotografie – die Vorgaben der Professoren Friederike Girst und Holger Feten konnten in den unterschiedlichsten Disziplinen umgesetzt werden. «Die Ausstellung soll nicht nur Kunst präsentieren,» sagt Angelika Nollert, Direktorin des NM, «sondern auch den kreativen Arbeitsprozesse offenlegen. Ziel ist es, die Kooperation mit der Akademie zu intensivieren. Die Ausstellung ist da ein wichtiger Schritt.»
Dabei ließen die Themenstellungen wie «Sammeln Sie Herzen» oder «Ä» durchaus Raum für Interpretation. Rund zwei Wochen hatten die Studenten Zeit, die jeweilige Vorgabe adäquat umzusetzen. «Die Neugier und Freude am Ausprobieren möchten wir den Studenten unbedingt erhalten», sagt Feten. Christoph Kraus hat ein Daumenkino mit dem Titel «Caruso singt!» gebastelt, daneben verbrennt und verglimmt auf einem kleinen Monitor ein Tannenbaum. Diese Endlosrolle geht auf das Konto von Lea Hörl.
Die Chinesin Wan Xiang hat für jeden ihrer Mitstudenten eine Fabrik erfunden, die zum Charakter des Einzelnen passen soll. Bis jetzt wurde eine der Fabriken direkt auf die Wand gemalt. Als Langzeitprojekt hat Suvi Häring den Entstehungsprozess des Magazins «Darkness» angelegt. Dieses beleuchtet die Nachtseiten des Daseins und beinhaltet u. a. eine Infografik über Prominente, die einen erfolgreichen oder gescheiterten Selbstmordversuch absolvierten.
Georg Stanka schuf mit seinen Bildern poetische Traumlandschaften, während Verena Henning ihre Fotografien in Form einer großformatigen Zeitung präsentiert. Für die diversen Kurzfilme erdachten sich die Professoren einen eher skurrilen Bewertungsmodus. «Die Streifen wurden auf «You tube» gestellt. Welcher die meisten Klicks verzeichnen konnte, der gewann den internen Wettbewerb», so Feten. Eine Besonderheit bei «Denk daran wie . . . du bist» ist der prozesshafte Charakter. Das Projekt wird sich innerhalb der Ausstellungsdauer verändern und nach Willen der Verantwortlichen auch neu definieren. Begleitet wird die Ausstellung von Aktionen, Vorträgen und Präsentationen.
Eröffnung ist heute um 18 Uhr. Bis 1. November.
Thomas Susemihl |