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SPORT - FORCHHEIM UND UMLAND  

VfB-Urgestein Uli Welz: Fußball lehrt uns Fairness

Ex-Abteilungsleiter war über 30 Jahre beim Forchheim Sportverein engagiert - Vom Torwart zum Funktionär
 VfB-Urgestein Uli Welz: Fußball lehrt uns Fairness
Foto: Hitschfel
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Für 94 Millionen Euro ist Christiano Ronaldo jüngst von Manchester United nach Madrid gewechselt. Damit avancierte er zum teuersten Fußballspieler aller Zeiten und ist überzeugt davon, jeden investierten Euro auch wert zu sein. Müsste der VfB Forchheim bezahlen, was Uli Welz für den Verein wert ist, keine Bank der Welt würde einen so hohen Kredit gewähren.

FORCHHEIM - Über 40 Jahre lang hat der Forchheimer sich für den Fußball engagiert. Erst heuer hat er sich aus dem Vorstand zurückgezogen, in dem er 32 Jahre wirkte. Inzwischen hat er auch den Posten des Fußballabteilungsleiters (seit 1978) abgegeben.

Torhüter müssen Geduld besitzen und sie müssen einiges wegstecken können - für Uli Welz war der Posten zwischen den zwei Pfosten trotzdem immer der Traumjob, «weil deine Leistung ein Spiel entscheiden kann». Das Tor sauber gehalten hat Welz zunächst in den Nachwuchsmannschaften der SpVgg Jahn Forchheim. Mit 20 Jahren wechselte er zum VfB Forchheim.

Bald Schriftführer

«Bei den Derbys gegen den Jahn, die es damals noch gab, war ich immer topfit und habe mein Bestes gegeben», erzählt Welz verschmitzt. Bald zählt beim VfB nicht mehr nur das Tor zu den Zuständigkeitsbereichen von Welz. Anfang der 70er Jahre wird er zunächst Schriftführer. Ab 1977 kümmert er sich als Abteilungsleiter Fußball um die Organisation und wird zum 3. Vorsitzenden gewählt.

Seitdem war Uli Welz so etwas wie der Kitt, der die Fußballabteilung - immerhin 300 Personen - zusammenhielt, der Spielerpässe ausstellte und Trainer suchte. Und wer wäscht die Trikots der Spieler? Auch darum kümmerte sich Welz, genauso wie um die Fahrgemeinschaften zu den Spielen.

Auch als Schiri aktiv

Die eigene Fußballkarriere hat er 1979 mit 32 Jahren an den Nagel gehängt. Uli Welz wechselte auf dem Rasen die Perspektive. Die Geduld und Hartnäckigkeit, die er schon als Torhüter bewiesen hatte, zeigte er nun als Schiedsrichter. Vier Jahre lang regelte er das Spielgeschehen sogar auf Bezirksliga-Ebene.

Seine Brötchen verdiente Uli Welz bei der Kfz-Zulassungsstelle am Landratsamt. Die Freizeit aber, vor allem die Sonntagnachmittage, waren für den VfB reserviert. «Meine Frau hat unser Haus praktisch alleine ausgesucht, ich habe nur noch unterschrieben», erzählt Welz. Als Schiedsrichter kam der zweifache Vater in der Region weit herum.

Welz hat sich auf dem Platz behauptet, auch wenn es brenzlige Situationen gab. «Ich habe erst mit 32 Jahren angefangen zu pfeifen. Da ist man selbst kein so großer Hitzkopf mehr und hat auch mehr Autorität.» Dass das Anfangsalter für Schiedsrichterneulinge wieder von zwölf auf 14 Jahre angehoben wird, hält er deswegen für gut und notwendig.

Am meisten Spaß macht Uli Welz die Jugendarbeit. Er hat die erste Kleinfeld-Jugendmannschaft in Forchheim gegründet. «Es ist einfach schön, wenn man sieht, wie sich die Kleinen entwickeln. Vom Sandburgen bauen neben dem Platz bis zu den ersten gelungenen Spielzügen.» Und wie die Mütter und Großmütter engagiert am Spielfeldrand ihren Nachwuchs anfeuern. Durch den Fußball lerne die Jugend das Verlieren und Gewinnen und die Fairness. Das sei im Alltag genauso wichtig.

Auch seine zwei eigenen Söhne, Ralf und Frank, hat er für den Fußball begeistern können. Frank trat sogar in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Torhüter. Mit dem heute 24-Jährigen hat Welz vor fünf Jahren auch ein neues Projekt beim VfB gestartet: Frank war der erste «FSJler» des Vereins. Seitdem absolviert dort jedes Jahr ein junger Mann sein freiwilliges soziales Jahr und kümmert sich darum, den Kindern in Forchheim-Nord Sport näher zu bringen - nicht nur im Verein, auch in der Adalbert-Stifter-Schule und im offenen Jugendtreff Forchheim-Nord ist der FSJler aktiv. «Das erste Jahr mit dem eigenen Sohn war hart», erinnert sich Welz und muss schmunzeln.

Leichtathletik-Fan geworden

Die nunmehr freie Zeit will Uli Welz nutzen, um mehr für seine Familie da zu sein. Auch seinen Sohn Ralf, der als Kabarettist in der Region unterwegs ist, will er unterstützen. Und seinem zweiten Hobby will er verstärkt nachgehen: «Zu meinem 50. Geburtstag hat mir der VfB eine Reise zum Internationalen Leichtathletikmeeting in Berlin geschenkt, seitdem fasziniert mich dieser Sport.» BEKE MAISCH
18.7.2009
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