 |
| Bitte Bild anklicken! |
 |
| Bitte Bild anklicken! |
|
Kinder und Narren sagen die Wahrheit. Kinder und Barden singen sie. Auf Gedeih und Verderb. Vierstimmig bei der größten Hitze. Kein Blatt vor dem Mund: «Mama komm mal runter / Ich glaub der Hans muss kaka / Er hat schon drei Mal pffft gemacht.» Da kommt Freude auf. Das hatte Geraldino, der große Held der Nürnberger Kinderzimmer-Musik, davon, dass er ein vierjähriges Fan-Fräulein bat, sich ihr Lieblingslied zu wünschen Doch er ließ sich nicht lumpen und sang: «Pffft.»
Überraschungen ist gewohnt, wer Nachwuchs hat. Und andere Normalsterbliche kommen eh kaum auf die Idee, jedes Jahr erneut zum entsprechenden Zielgruppenprogramm beim Bardentreffen auf die Insel Schütt zu wandern. Zum Kindergrill – an kaum einer Spielstätte des Freiluftspektakels ist es Samstag und Sonntag nachmittags so heiß. In mehrfacher Hinsicht: auch was die Bands betrifft.
Geraldino und seinen «Plompsters» sind da eine bewährte Größe, quasi die Rolling Stones der Kinderbühne. Der Name bürgt wie gehabt für quietschende Qualität. «Donikkl & die Weißwürschtl» wiederum wurden gespannter erwartet, brachten die urbayerischen Kinderzimmer-Rocker mit ihrem oktoberfesterprobten «Fliegerlied» doch einen marktgängigen Hit mit auf die Insel Schütt.
Da beide Gruppen befreundet sind, lag es auf der Hand, dass sie sich gegenseitig mit Gastauftritten beglückten. Nun waren sie quasi «Gernikkl & die Plomwürschtl», wie die moderierende Kinderfunk-Sprecherin nicht müde wurde zu wiederholen. Dass die Radiofrau ihren Job gut machte, was die Dauer-Durchsagen bezüglich verloren gegangener und am Kinderfunk-Stand wieder abzuholender Mini-Fans betrifft, stand außer Frage. Dennoch hätte man ihr gerne auch mal eine Auszeit gewünscht, denn vor allem ihr eifriges Bewerben des eigenen Hörfunkpogramms störte die Donikkl-Show gewaltig. Freilich: Sobald die dreist kostümierten Stars zum kollektiven Popo-Wackeln aufriefen, konnten Erwachsenen funken wie sie wollten – die Sache war geritzt.
Einen ohrenfreundlichen Gegenentwurf zur oftmals kreischenden Mitschwitz-Parade am Vortag bot gestern die «Mukketier-Bande». Eine lockere Cowboy-Truppe ist das, die hungrige Pferde besingt, talentierten Hühnern huldigt und den – nicht nur für Schafe – gültigen Rat parat hat: «Lass dich nicht frisieren. Sonst musst du frieren.» Okay, zumindest dann im Winter.
Christian Mückl |