NÜRNBERG - Als einen «Horror für alle Fitness-Studios» bezeichnet Karl-Heinz Nebert, Vorsitzender des TSV 1846 Nürnberg, das neueste Fitnessprogramm, das er jeden Montag in seinem Verein anbietet. Denn für «MaxxF» benötigt man lediglich eine Isomatte und etwa fünf Minuten Zeit pro Woche. «MaxxF» wurde vor sechs Jahren am Institut für Sportwissenschaften an der Universität Bayreuth entwickelt und vereinigt die effektivsten Trainingsmethoden für jeden Muskel – ohne Geräte oder dergleichen.
Das Kürzel «MaxxF» steht für maximale Fitness, maximale Effektivität und maximale Kraft für den ganzen Körper. Es ist für alle Altersgruppen geeignet und wurde vom ehemaligen Akademischen Direktor des Instituts, Wend-Uwe Boeckh-Berens, entwickelt. Auch ein gleichnamiges Buch hat er herausgebracht.
Was klingt wie ein neues Wundermittel aus Amerika oder der neueste Trend in diversen Frauenzeitschriften – «Fett weg in fünf Tagen» –, ist von Wend-Uwe Boeckh-Behrens und seinem Team seit 2003 auf Herz und Nieren wissenschaftlich überprüft worden. «Wir sind der Frage nachgegangen, wie man Krafttraining, auch ohne Hilfsmittel, maximal optimieren kann», erklärt Boeckh-Berens. Mit Hilfe der Elektromyographie überprüfte er am Bayreuther Institut die Intensität der Muskelaktivierungen bei schon bestehenden Übungen und erstellte Ranglisten. Die jeweils besten Übungen für jeden Muskel wurden zu dem MaxxF-Programm zusammengefasst und teilweise durch die Messungen optimiert. 16 Übungen reichen aus, um alle Muskeln im Körper zu stärken. Auch der Zeitaufwand ist frei wählbar. Zwischen ein- und dreimal pro Woche und von 5 bis 45 Minuten kann jeder sein Training variabel gestalten. «Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits ein Training pro Woche bei Untrainierten zu deutlichen Kraftzuwächsen führt. Zweimal pro Woche Training bewirkt allerdings wesentlich größere Kraftsteigerungen», resümiert Boeckh-Berens.
Karl-Heinz Nebert kam mit diesem Fitnessprogramm bei seiner Arbeit in Berührung. «Während unserer Taek-wondo-Stunde im Polizeipräsidium hat der Trainer MaxxF-Übungen mit uns gemacht. Das hat mich sofort überzeugt. Ich habe mir dann das Buch in den Urlaub mitgenommen und alle Übungen ausprobiert. Die Leute um mich herum haben ganz schön geschaut», sagt Nebert lachend.
Es mag komisch anmuten, wenn jemand den «Käfercrunch» oder den «Reverse Flys lang» macht. Doch das Lachen über die kuriosen Namen der Übungen bleibt einem sprichwörtlich im Hals stecken, wenn man versucht, die Übungen 30 Sekunden durchzuhalten. Dies bestätigt auch Kursteilnehmerin Vanessa Mund (21): «Am Anfang hatte ich einen wahnsinnigen Muskelkater – trotz Dehnübungen am Ende der Stunde. Aber man merkt, wie einem die Übungen mit der Zeit immer leichter fallen», sagt Mund. Auch ihre Rückenschmerzen, die sie ihrem Bürojob zuschreibt, seien seit «MaxxF» nicht mehr aufgetreten. «Die kommen nur wieder, wenn ich mal mit den Übungen aussetze», ergänzt sie.
Obwohl man die Übungen an jedem Ort und zu jeder Zeit machen kann, empfehlen sowohl Boeckh-Berens als auch Nebert für den Einstieg eine professionelle Anleitung. «Ich habe gemerkt, dass es sehr wichtig ist, dass jemand daneben steht und die Kursteilnehmer korrigiert, wenn sie die Übung falsch machen», sagt Nebert. Der pensionierte Wissenschaftler Boeckh-Berens bietet deshalb regelmäßig «MaxxF»- Lehrgänge an. Sportausbilder der Polizei und Sportlehrer kämen regelmäßig zu diesen Kursen.
Die neueste Auflage des Buches gibt es Anfang kommenden Jahres zudem mit DVD. Für Fortgeschrittene bieten Studenten der Universität Bayreuth ein variables Trainingsprogramm im Internet an.
Ein Allheilmittel ist «MaxxF» trotz allem nicht. Denn der engagierte Sportler und Erfinder betont in seinem Buch, dass zu einem gesunden und fitten Körper die Ernährung genauso dazu gehöre wie regelmäßiger Sport. Die Übungen sind so konzipiert, dass man nichts falsch machen kann.
Auch wenn «MaxxF» immer und überall anwendbar ist – der innere Schweinehund lässt sich am besten überwinden, wenn man die Übungen gemeinsam mit Freunden und unter professioneller Anleitung macht.
Das Buch «MaxxF – Das Super-Krafttraining» von Wend-Uwe Boeckh-Berens ist für 9,95 Euro im Handel erhältlich. Informationen zum Fitnessprogramm des TSV 1846 gibt es unter www.tsv1846nuernberg.de
Katrin Meistring |