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GREDING _ Seit 16 Jahren ist der Gredinger Trachtenmarkt, eine Gemeinschaftsveranstaltung des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, des Bezirks Mittelfranken und der Stadt Greding, Anlaufstelle, Börse und Einkaufsmöglichkeit für alle, die sich für Trachten interessieren, diese kennenlernen, selber machen oder kaufen möchten. So strömten am Wochenende erneut Tausende Besucher aus nah und fern in die Schwarzachstadt.
«Zwei Tage lang wird unsere Stadt zum Schauplatz einer Veranstaltung der Superlative. Genießen Sie die Atmosphäre unseres einzigartigen Marktes und unser Gredinger Flair.« So begrüßte der Gredinger Bürgermeister Manfred Preischl zahlreiche Ehrengäste aus dem öffentlichen Leben und die Vertreter der 92 Aussteller aus Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Hessen, Westfalen und Niedersachsen sowie die Aktiven aus dem Bregenzer Wald im österreichischen Bundesland Vorarlberg und aus der benachbarten Oberpfalz.
Mit einem schwungvollen Grußwort lobte der Vorsitzende des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, der frühere Präsident des bayerischen Landtags, Johann Böhm, die Protagonisten des Trachtenwesens. Die Tracht sei eine ausdrucksstarke Form des kulturellen Erbes, beweise handwerkliches Geschick ihrer Schöpfer und stelle nicht nur ein Zeugnis der Vergangenheit dar. Durch ihre regionale Verschiedenheit leiste sie einen Beitrag zur «sozialen Zugehörigkeit« und vermittle «Freude am eigenen Tun«.
Der Gredinger Markt ermögliche Begegnung und Austausch unterschiedlichen Brauchtums. In diesem Jahr stehe unter dem Thema «Falten, Rüschen und Plissee« die Tracht aus dem Bregenzer Wald, die von den Vorarlbergern «Juppe« - nach dem französischen Begriff «le juppe« - genannt werde, im Mittelpunkt der Vorführungen, so Böhm.
Für den dritten Co-Veranstalter, den Bezirk Mittelfranken, freute sich die Vizepräsidentin des Bezirkstags, Karin Knorr, über den jährlichen Trachtenmarkt, der mit viel Herz und Verstand organisiert und durchgeführt werde. Knorr wies dabei auf die neu entwickelten mittelfränkischen Frauentrachten hin, die unter dem Motto «Pro Tracht« auf der Bühne und im Ausstellungspavillon präsentiert wurden (siehe gesonderten Artikel) . Die Eröffnung wurde von der Gredinger Stadtkapelle musikalisch umrahmt.
Anschließend gehörte die Bühne auf den Rathaustreppen den österreichischen Gästen. Die Tanzpaare des Trachtenvereins Hittisau zeigten Volkstänze aus dem Bregenzer Wald, die «Models« der Juppenwerkstatt Riefensberg präsentierten Trachten für Frau und Mann, sachkundig erläutert durch die Leiterin der Juppenwerkstatt, Martina Mätzler.
Der Oberpfälzer Gauverband vertrat in diesem Jahr den Bayerischen Trachtenverband. Mehrere Tanzgruppen zeigten «altbayerische Folkoretänze«. Dabei konnten unterschiedliche Trachtenversionen aus den oberpfälzer Regionen bewundert werden.
An den Ständen und Buden herrschte derweil reger Publikumsverkehr. «Alles für die Tracht« wurde dort feilgeboten. Stoffe, Kurzwaren, Zubehör, Schnitte, aber auch viel Info-Material und mündliche Auskünfte standen im Angebot. Ausstellungen im Rathausfoyer, Vorführungen, Vorträge und Mitmach-Kurse ergänzten ein attraktives Programm.
Unter den Marktbesuchern fielen immer wieder Trachtenträger - einzeln oder in Gruppen - aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland auf. Gäste aus Nordhessen zeigten die «Schwälmer Tracht«, die vom Deutschen Trachtenverband zur «Tracht des Jahres 2009« gekürt worden war.
Eine Gruppe aus dem pfälzischen Altrip präsentierte ihre Regionaltracht, Schwarzwaldmädels aus Villingen und natürlich zahlreiche zünftige «Lederhosn-Burschen« und alpenländische Dirndl flanierten durch die Budenstadt. (rei) |