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Wecker schellen und piepen, Handys klingeln, Glocken, Rasseln und Trillerpfeifen sorgen für eine Lärmkulisse. Bei einer Blitz-Demonstration am Montag um Punkt 18 Uhr am Schönen Brunnen versammelten sich Spontan-Demonstranten, um für mehr Klimaschutz zu werben.
«Wir möchten Politiker wachrütteln, sich für gerechte, ambitionierte und verbindliche Klimaschutzziele einzusetzen», erklärt Agnes Rohay, die die Aktion «Klima-Weckruf» in Nürnberg organisiert hat.
Mit Handzetteln und Plakaten fordern die Teilnehmer wenige Wochen vor der Wahl eine Klimakanzlerin oder einen Klimakanzler. «Die Politiker sollen sich bei der Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen für ein ehrgeiziges und verbindliches Klimaschutz-Abkommen einsetzen», fordert Agnes Rohay und verteilt die Telefonnummern von Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier. Eine Flut von Telefonanrufen an die Entscheidungsträger soll diese zu mehr Einsatz für das Weltklima drängen. «Besetzt», sagt ein Mann, der gleich Anrufe bei der Kanzlerin und ihrem Herausforderer startet.
Die sogenannten «Flashmobber» hatten sich über das Internet verabredet. «Ich habe die Rundmail von einem Kollegen bekommen und dann an über 200 Bekannte weitergeleitet», erzählt Oliver Schäf, der zusätzlich über Twitter und Facebook die Werbetrommel rührte. Die Massen konnte er und andere Mitstreiter jedoch nicht mobilisieren. Knapp über 30 Aktivisten kamen zu dem Treffen. Da aber in 88 Ländern und an rund 2000 Orten ähnliche Aktionen stattfanden, rechnet Agnes Rohay mit weltweiter Aufmerksamkeit. Während sich ein paar Passanten über die Anliegen der Blitz-Demonstranten informieren, dokumentieren Aktivisten die Aktion mit Digitalkameras. Die Videos und Bilder werden gesammelt und bei der Premiere des Klimakatastrophen-Films «Age of the Stupid» gezeigt.
So schnell, wie der Flashmob am Schönen Brunnen erschienen ist, so schnell ist er auch wieder weg: Nach zehn Minuten bestimmen wieder Touristen das Bild. Clara Grau |