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Vom Kleinbetrieb zur mittelständischen Firma

Erfolgsgeschichte Lebenshilfe-Werkstätten begann 1969 mit acht Beschäftigten - Festakt zum Jubiläum
 Vom Kleinbetrieb zur mittelständischen Firma
Foto: Pfrogner
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Mit einem großen Festakt und einem Tag der offenen Tür haben die Lebenshilfe-Werkstätten gestern ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. In einem Vortrag erinnerte Geschäftsführer Hans-Otto Dippacher die zahlreich erschienenen Gäste an die Anfänge der Behindertenarbeit.

FORCHHEIM - Der Geburtsort der Lebenshilfe-Werkstätten liegt im alten Landratsamt in der Nürnberger Straße. Hier entstand am 6. Oktober 1969 die erste Werkstatt mit acht Beschäftigten. Inzwischen ist aus dem Projekt, das Menschen mit Behinderung helfen sollte, ihren Platz im Arbeitsleben zu finden, ein mittelständisches Unternehmen geworden - ein Arbeitgeber, der 350 Frauen und Männer beschäftigt, darunter 281 in den Werkstätten.

An vier Standorten arbeiten die Mitarbeiter die Aufträge namhafter Unternehmen wie Siemens, Waasner, Geiger oder Beru ab. Sie fräsen, bohren, hobeln, schleifen und leimen. So entstehen neben Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spielen auch Motorenelemente und Filzstifte. «Wir montieren alles zusammen, was zusammen gehört», kommentierte Hans-Otto Dippacher während seines Vortrags launig die Arbeit.

Umzug war Meilenstein

Schritt für Schritt haben sich die Werkstätten zu dem entwickelt, was sie heute sind. Ein Meilenstein war dabei der Umzug in das Lebenshilfezentrum am John-F.-Kennedy-Ring, wo ab 1981 Arbeitsplätze für 100 Beschäftigte angeboten werden konnten. 1992 kamen hier noch weitere 80 hinzu. Auch die Gründung des Zweigbetriebs in Weilersbach 1994 kann als wichtiger Schritt gesehen werden: Hier hat sich die Zahl der Mitarbeiter von anfangs 31 auf mittlerweile 63 erhöht. Noch in diesem Jahr sollen nun die Arbeiten am Erweiterungsbau beginnen, in den auch die Förderstätte - ein Betreuungsangebot für Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung - integriert wird.

Stolz ist Dippacher auch auf die Schaffung der Werkstatt «Schritt für Schritt», wo inzwischen 36 psychisch Behinderte arbeiten, und auf die Zusammenarbeit mit Piasten. Bei dem Süßwarenhersteller wurde 2004 eine eigene Arbeitsgruppe gegründet, der heute 24 Beschäftigte angehören.

Das Recht, sich durch die eigene Arbeit eine Lebensgrundlage zu schaffen und das Gefühl, dadurch einen Platz in der Gesellschaft zu finden, diese Punkte hoben sowohl der stellvertretende Landrat Georg Lang als auch Forchheims Oberbürgermeister Franz Stumpf in ihren Grußworten hervor. Letzterer hatte als «Geburtstagsgeschenk» auch eine kleine Geldspende im Gepäck.

Einziger Wermutstropfen an diesem Tag war der Blick auf die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung. «Die Wirtschaftskrise ist an unserer Einrichtung auch nicht spurlos vorüber gegangen», sagte Ernst C. Walther, Aufsichtsratsvorsitzender der Lebenshilfe Werkstätten. So sank der Umsatz in diesem Jahr um 20 Prozent.

Walther bat daher alle Anwesenden der Feierstunde, «sich Gedanken zu machen und Vorschläge zu unterbreiten, wie wir auch in Zukunft die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter sichern können».

Jana Schneeberg
10.10.2009
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