GUNZENHAUSEN (en) – Der Einzelhandelsverband lehnt die geplante Errichtung des Factory Outlet Centers (FOC) «Carlo Colucci» in Herrieden mit einer Gesamtfläche von rund 10 000 Quadratmeter strikt ab. Erika Gruber, die örtliche Einzelhandelsverbandsvorsitzende und Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, befürchtet übereinstimmend mit dem Bezirksgeschäftsführer des Landesverbands des Bayerischen Einzelhandels (LBE), Uwe Werner, schädliche Auswirkungen auch auf den Einkaufsstandort Gunzenhausen. Sollte das Vorhaben Wirklichkeit werden, dann zahle die Quittung der Einzelhandel in der gesamten Region, denn das FOC würde massiv Kaufkraft abziehen. Zu erwarten seien massive Umsatzeinbußen im mittelständischen Einzelhandel in einem Umkreis von mehr als 50 Kilometer von Herrieden, betonten Gruber und Werner bei einem Pressegespräch. Mögliche Folge seien Geschäftsaufgaben und Leerstände sowie ein Attraktivitätsverlust der Innnenstädte und Ortskerne. Erfahrungsgemäß hätten solche Großprojekte auch negative Auswirkungen auf die Gastronomie und touristische Einrichtungen. Auch sie wären wegen des Kundenrückgangs massiv betroffen. Gruber und Werner appellieren an die regionalen Mandatsträger, ihr politisches Gewicht im Fall Herrieden «in die richtige Richtung einzusetzen» und damit das Ihre für einen Erhalt der mittelständischen, inhabergeführten Einzelhandelsbetriebe tun. Denn diese seien der Garant für attraktive und lebendige Innenstädte und Ortskerne. Das Fabrikverkaufszentrum soll nach den Planungsunterlagen folgende Sortimente und Verkaufsflächen haben: Bekleidung (5410 Quadratmeter), Sport und Sportbekleidung (1366), Hausrat (824), Schuhe und Lederwaren (1280) sowie Kosmetik (100). Weiterhin sind 350 Quadratmeter für Gastonomie vorgesehen. |