Natürlich: Ein Messeauftritt fernab der eigenen Konzernzentrale ist eine teure Angelegenheit. Und so strichen viele internationale Autohersteller heuer die Tokyo Motor Show - eines der bedeutendsten Treffen der Branche - angesichts ihrer kriselnden Geschäfte aus ihrem Terminkalender.
Nicht auszuschließen, dass die Absage den Machern bei VW, Peugeot & Co. aber ganz gelegen kommt - erspart sie ihnen doch einen Vergleich mit der japanischen Konkurrenz, der sie schlecht aussehen lassen könnte. Denn was die Zukunftstrends der Branche angeht, zeigt Nippon den Herstellern aus Europa zurzeit die Rücklichter.
Nicht tragisch, dass Europas Autos fehlen
Das beweist schon der Blick auf Tokios Straßen: Klein, spritsparend und umweltfreundlich heißt das Motto. 40 Prozent Marktanteil halten in Japan Kleinstwagen unter 3,40 Meter Länge - einen halben Meter kürzer als der VW Polo. Über fünf Prozent Anteil entfallen zudem auf Hybrid-Fahrzeuge.
Die westlichen Anbieter haben dem zurzeit wenig entgegenzustellen. Dabei ist klein und spritsparend - so die Marktbeobachter nicht völlig daneben liegen - global die Zukunft des Automobils. Es ist daher nicht tragisch, dass Europas Wagen in Tokio fehlen. Europas Manager hingegen sollten die Reise unbedingt antreten - es gibt etwas zu lernen.
Gregor le Claire |