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Schnaps wird zum Dauerbrenner im Stadtrat

Positives Fazit in Annafest-Sondersitzung mit einigem «Aber» - Betrunkene Jugendliche bereiten Sorgen
 Schnaps wird zum Dauerbrenner im Stadtrat
Foto: Roland Huber
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Im historischen Rathaussaal ging es einmal nicht um Industriegebiete und Parkplätze, sondern um Popcorn, den Willi nach dem Schäuferla und «Wildpinkler». In der Sondersitzung zum Annafest sorgte Forchheims fünfte Jahreszeit noch einmal für Emotionen (s. «Aufgespießt»). Am Ende stand ein einigendes Fazit: Das Annafest ist schön und soll noch besser werden.

FORCHHEIM - Hat sich der späte Schankschluss um 24 Uhr «bewährt», wie der Oberbürgermeister Franz Stumpf das sah, oder eher nicht, wie weite Teile der Rathaus-Opposition kurz nach dem Annafest urteilten? Die Meinung von Klaus Linsner, Polizeichef von Forchheim, war deutlich: «Eine Entzerrung konnten wir nicht feststellen.» Dennoch soll der gemeinsame Schluss von Ausschank und Live-Musik auch in Zukunft vermieden werden. Der Kompromissvorschlag mit einem Schank-Ende 23.30 Uhr und einem Musik-Ende 23 Uhr wurde mit großer Mehrheit angenommen (wir berichteten).

«Zufriedenstellend»

Wie die Mehrheit in der Stadtratsrunde hatte Linsner in seiner Bilanz ein «zufriedenstellendes» Annafest 2009 erlebt. Schlägereien waren weniger brutal, nach einem extremen ersten Wochenende mit 68 Einsätzen habe sich die Lage im Kellerwald und in der Stadt beruhigt. Lob gab es für die Plakataktion des KJR, des Jugendamtes und der Polizei im Vorfeld.

Dennoch: Linsner betonte, dass von 54 aufgegriffenen Volltrunkenen 40 Jugendliche waren. «Diese Zahl macht uns Sorgen.»

Der Inspektionsleiter stellte klar, dass das friedliche Annafest einer massiven Polizeipräsenz geschuldet war: An zehn Tagen waren 291 Beamte im Einsatz, außerdem Verstärkung der Bereitschaftspolizei in Bamberg. Diese Unterstützung könne er für 2010 nicht versprechen.

Zur Vorsicht vor einer erneut längeren Schankzeit warnte Reinhold Otzelberger (SPD): «Wir sollten die psychologische Wirkung nicht unterschätzen.» Das Vorgehen der Stadt fand er unlogisch: «Einerseits haben wir eine für hiesige Volksfeste untypisch lange Schankzeit, andererseits muss die Polizei ihren Kontrolldruck erhöhen.»

Wie Otzelberger sah jedoch auch Manfred Hümmer (FW) «viele positive Punkte beim neuen Annafestkonzept», kritisierte aber ebenfalls die Schankzeit: «Ich frage mich, wer das will. Nicht einmal alle Wirte wollen sie.» Ein Fakt, den die Stadtverwaltung in ihrer Bilanz festgehalten hatte.

Trotz einer weitgehend positiven Bilanz kamen mahnende Worte von Kreisjugendpflegerin Ursula Albuschkat. «Schnaps ist offensiver als früher ausgeschenkt worden», hatte sie auf den Kellern beobachtet. Mit vielen Stadträten einig war sich Albuschkat in dem Urteil, dass sich das neue Konzept, keine Schnapsbuden an den Wegen zu dulden, bewährt habe. Eine Kritik teilte Albuschkat ebenfalls mit der Mehrheit: «Der Fässla-Keller war diesmal eine reine Bar.»

Generelles Verbot abgelehnt

Am Schnaps entzündete sich wie im Vorfeld des Festes auch in der Sondersitzung die Debatte. Während FGL und Albuschkat gerne ein generelles Verbot sähen, wies die Mehrheit das zurück. Thomas Werner (CSU) fragte sich, warum er sich als 46-Jähriger den Schnaps nach dem Schäuferla verbieten lassen müsse. Einen anderen Aspekt brachte Manfred Mauser (FBF) - selbst Wirt auf dem Annafest - ein: «Es gibt keine bessere Kontrolle des Schnapsverkaufs als eine Bedienung auf dem Keller.»

Annette Prechtel (FGL) konnte ihre Ablehnung jeglichen Schnapskonsums ein wenig einbringen: Die Stadt will mit den Wirten über eine freiwillige Selbstverpflichtung sprechen, 2010 nichts Hochprozentiges auszuschenken.

Der Stadtrat nahm das «Zukunftskonzept Annafest» schließlich einstimmig an (s. Zur Sache).

Georg Körfgen
24.10.2009
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