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ROTH (ebo) - Eine Alternative zu den bestehenden Parteien bieten und vor allem Franken stärken, das will die neue «Partei für Franken», die am vergangenen Samstag in Bamberg gegründet wurde. Ihr 1. Vorsitzender ist der Rother Robert Gattenlöhner.
Der 53-jährige Unternehmer im Bereich Arbeitssicherheit wurde auf Anhieb von den 51 Gründungsmitgliedern zum Vorsitzenden auserkoren. Diesen Posten hat er nun ein Jahr inne, danach wird neu gewählt, so ist es in der Satzung der Partei festgehalten. Wenn Gattenlöhner sich bewährt, bleibt er. Wenn nicht, wird ein anderer gewählt.
«Das Fass ist übergelaufen – Beckstein wurde abgesägt, Hohlmeier als Europawahlkandidatin nach Oberfranken geschickt. Das sind lauter Geschichten, die uns dazu veranlasst haben, die Partei für Franken zu gründen», erklärt Gattenlöhner im Gespräch mit der Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung.
Mehr Gerechtigkeit
«Wir» – das waren zunächst Mitglieder des Fränkischen Bundes, die wie zahlreiche weitere von der Landespolitik enttäuschte Interessenten aus allen Berufs- und Bildungsschichten sich mehr Gerechtigkeit für Franken wünschen. «Es ist an der Zeit, dass wir nach 60 Jahren CSU in Bayern diesen Sumpf trockenlegen», meint der ehemalige stellvertetende Rother SPD-Ortsverbandsvorsitzende.
Ihm fallen auf Anhieb viele Beispiele ein, wo es in Franken ungerecht zugeht. «Der Ausbau der A 6 wäre, wenn sie näher bei München wäre, schon längst realisiert worden.» Das Staatstheater Nürnberg bekomme gerade mal so viele Zuschüsse aus München wie allein der Intendant eines der vier Münchner Theater verdiene. Auch in den Bereichen Universitäten und Bundeswehrstandorte sei Franken klar benachteiligt. Nicht zu vergessen die Arbeitslosigkeit, die in Franken schon seit langem um ein Drittel höher ist als in Oberbayern. Gattenlöhner und seine Mitstreiter sprechen von einer jahrzehntelangen einseitigen Landesentwicklung.
Rein in den Landtag
Es ist nicht so, dass die Frankenpartei ein eigenes Bundesland Franken gründen will. Es gehe um mehr Gerechtigkeit und eine stärkere wirtschaftliche Förderung der drei fränkischen Regierungsbezirke. Um diese Ziele zu erreichen, muss die Partei für Franken erst einmal in den Landtag kommen. «Oberstes Ziel für die Landtagswahlen 2013 ist das Ergebnis 5+x», macht Gattenlöhner deutlich. Er weiß, dass es nicht ganz einfach sei, weil die Stimmen ja schließlich alle in Franken geholt werden müssen.
Deshalb will die Partei auch so schnell wie möglich auf Bezirks-, Kreis- und Ortsebene aktiv werden. Im Landesvorstand sitzen neben Gattenlöhner drei Stellvertreter und acht Beisitzer. Sie wollen jetzt ordentlich die Werbetrommel rühren und Mitglieder gewinnen. Allerdings will sich die Partei ihre neuen Mitglieder schon genau anschauen, weil sich in der Vergangenheit oftmals Rechtsextreme bei ähnlichen Parteigründungen einmischten. Dies gelte es zu verhindern, sagt der frischgebackene Frankenpartei-Chef. |