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LOKALMELDUNGEN - NÜRNBERG  

Ein Krankenpfleger kämpft für den Regenwald

Roland Zeh bereist den Regenwald und betreibt Aufklärungarbeit
 Ein Krankenpfleger kämpft für den Regenwald
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NÜRNBERG - Roland Zeh, Gründer des Nürnberger Vereins «Lebensraum Regenwald», hat sein Hobby zur Lebensaufgabe gemacht: Von seinen Reisen in die Tropen Asiens und Südamerikas bringt er packende Bilder und Eindrücke mit, die das Bewusstsein der Menschen aus den Industriestaaten für die bedrohliche Situation der «Grünen Lunge» schärfen sollen.

Obwohl zu seinem Vortrag im Kulturladen Gartenstadt gerade einmal eine Handvoll Menschen erschienen ist, lässt sich der 45-jährige Umweltaktivist nicht entmutigen und erzählt mit ansteckendem Enthusiasmus von seiner jüngsten Reise nach Borneo. Die hat er im Frühjahr mit seinem Klinikums-Kollegen Bodo Jenewein unternommen.

Hilfe für die Dajak-Indianer und ihren gefährdeten Lebensraum

Anlass für die diesjährige Exkursion waren zuvor gesammelte Spendengelder, die Zeh vor Ort an verschiedene Stiftungen verteilte. So unterstützt er Projekte, die sich der Wiederaufforstung zerstörter Gebiete widmen, Zuflucht für bedrohte Tierarten bieten und Schulen mit neuem Unterrichtsmaterial ausstatten.

Besonders am Herzen liegt dem Krankenpfleger momentan die «ALT-Foundation». Der Name kommt aus der Sprache der Dajak-Indianer und wird aus den Worten «Alas Lou Taka» – «Der Wald, unser Zuhause» gebildet. Ziel dieser Stiftung ist es, mit indigenen Völkern zusammenzuarbeiten, ihre Lebenssituation zu verbessern und dadurch der Regenwaldzerstörung entgegenzuwirken.

Neben der wirtschaftlich orientierten Abholzung durch Palmölplantagenbesitzer und Holzkonzessionäre ist nämlich vor allem der illegale Holzeinschlag bitterarmer Einheimischer verantwortlich für den trostlosen Zustand des Waldes. Zusammen mit der ALT-Foundation versucht Zeh zudem, insgesamt 150.000 Hektar des Meratus-Regenwalds zu erwerben und so eines der letzten intakten Tieflandregenwälder der Erde zu erhalten – Spenden erbeten.

Protest gegen die geplanten Tropenholz-Parkbänke in Nürnberg

Ein weiteres Thema, das dem 45-Jährigen aus aktuellem Anlass unter den Nägeln brennt, ist die Verwendung von Tropenhölzern für Nürnbergs neue Parkbänke. «Es ist einfach nicht zu fassen, dass eine Stadt, die angeblich soviel Wert auf Umweltschutz legt, aus Kostengründen Sapelli-Holz aus dem Kongo anschleppen will», schimpft Zeh. Er hat bereits mit zahlreichen Protestaktionen und Unterschriften-Listen gegen dieses Vorhaben gekämpft.

Durch ein FSC-Zertifikat dieser Hölzer soll zwar eine nachhaltige Forstwirtschaft gewährleistet werden, doch schützt es den Wald nicht unbedingt vor Schäden: «Auch ein selektiver Einschlag kann zur kompletten Zerstörung des Gebiets führen, da für den Abtransport Schneisen und Straßen gebaut werden müssen», erläutert Zeh die Problematik.

Am 9. Dezember wird im Umweltausschuss des Stadtrates eine Entscheidung zu dem Thema gefällt – und danach hoffentlich keine tropischen Bäume. Dafür will Roland Zeh sorgen. Der Regenwald sollte dieses Engagement allemal wert sein – schließlich ist er Lebensraum indigener Völker, CO2-Speicher, Heimat der größten Artenvielfalt des Planeten und alternative Apotheke in einem.

Christiane Ernst
16.11.2009 16:20 MEZ
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