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ZIRNDORF - Das Altfeld bleibt vorerst Bauerwartungsland. Da das Ratsbegehren zur U3-Verlängerung jeglichen bauleitplanerischen Aktivitäten in diesem Gebiet ohnehin eine Sperrfrist von einem Jahr auferlegt, folgte der Stadtrat einstimmig der Empfehlung der Verwaltung, dem Antrag der Grünen «derzeit» nicht zu entsprechen.
Wie berichtet, hatten die Grünen-Fraktion und die Bürgerinitiative «Pro Zirndorf» gefordert, das Bauland Altfeld im Flächennutzungsplan (FLNP) - dem Basispapier für die langfristige Stadtentwicklung - zu tilgen. Mit dem Stadtratsvotum ist die Klärung dieser Frage nun um ein Jahr vertagt. Denn zeitgleich erteilte das Gremium der Verwaltung einen Prüfauftrag. Zum einen soll sie binnen dieser Zeit Möglichkeiten sowohl einer Randbebauung als auch der kompletten Überplanung der 33 Hektar zwischen Verbindungsstraße West, Jahn- und Heimgartenstraße entwickeln. Zum anderen ist die Rechtssituation zu klären.
Letztere beschrieb Bürgermeister Thomas Zwingel so: «Raus kriegen wir die Fläche sicher, nur was ist, wenn künftige Generationen das Altfeld wieder im FLNP unterbringen wollen?» Nach derzeitigem Stand der Dinge «hätten die wohl Pech», so Zwingel.
Für Norbert Ruffertshöfer, den Chef der nichttechnischen Bauabteilung, käme die Herausnahme «einer Totalaufgabe gleich». Das Altfeld liegt im erweiterten Wasserschutzgebiet der infra fürth. Bauerwartungsland, das in solchen Zonen ausgewiesen ist, genießt Bestandsschutz. Neu ausgewiesen werden darf allerdings nichts.
«Wir tun keinem weh, wenn wir den Antrag jetzt aussetzen, aufschieben oder wie auch immer man das nennen mag», plädierte Zwingel für den Beschlussvorschlag. Bauwünsche stünden sowieso nicht im Raum. Während sich die großen Fraktionen SPD und CSU ohne weiterführende Stellungnahmen dieser Empfehlung anschlossen, betonte Marcus Baritsch (Freie), dass ihm daran gelegen sei, «spätestens in einem Jahr Anliegern und Eigentümer Planungssicherheit zu bieten. Wir wollen nicht, dass diese Angelegenheit im Sande verläuft.» Als unnötige Umweltzerstörung tat sein Fraktionskollege Horst Feist die Ausweisung kategorisch ab. «So stimmt der Stadtrat gegen das Votum des Bürgerentscheids, da ist Streit vorprogrammiert», prophezeite er.
Etwas Aufschub versuchte Wolfram Schaa von den Grünen herauszuholen. Er bot sich an, Präzedenzfälle genauer zu eruieren. Andernorts sei eine Wiederaufnahme von Teilbereichen in den FLNP schließlich schon geglückt, meinte er, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.
Der Beschluss, den Status quo des Altfelds im FLNP vorerst beizubehalten, fiel einstimmig. Den Prüfauftrag dagegen trugen die drei Grünen und Horst Feist nicht mit. «Mit einer Bebauung im Randbereich haben wir uns von Anfang an einverstanden erklärt, doch wenn mit der planerischen Entwicklung in diesem Jahr vielleicht doch Nägel mit Köpfen gemacht werden, wollen wir Grüne keine treibende Kraft gewesen sein», erklärte Schaa dieses Abstimmungsverhalten.
Sabine Dietz |