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Bayern 07 trainiert für Guinness-Weltrekordversuch

3005 Mal vom Dreimeterbrett

 3005 Mal vom Dreimeterbrett
Foto: Zink
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Kerstin Lane federt auf dem Ende des Dreimeterbretts im Südbad. Sie wartet auf ihr Signal. Als ihr das Zeichen gegeben wird, geht sie tief in die Hocke. Sie streckt ihre Arme kerzengerade in die Höhe, lässt sich in die Luft katapultieren und springt kopfüber ins Wasser. Wenige Sekunden später taucht Lane auf, schwimmt zum Beckenrand und drückt einmal kräftig auf den dort aufgestellten Buzzer. Die Anzeigetafel zeigt die Ziffer 1 - der erste Sprung von insgesamt 3005 an diesem Abend ist geschafft.

In den kommenden zwölf Stunden wollen die Wasserspringer des Sportvereins Bayern 07 für den großen Guinness-Weltrekordversuch trainieren. Dieser findet am ersten Maiwochenende 2010 statt. Dann nämlich soll ein 20-köpfiges Team 24 Stunden lang ununterbrochen vom Dreimeterturm springen. Wenn alle 30 Sekunden ein Sprung ausgeübt wird, könnten am Ende 5760 Sprünge im Guinnessbuch stehen.

Heute tasten sich die Springer an den Marathon heran, indem sie erstmals über eine längere Zeit abends und nachts springen, von 18 bis 6 Uhr. Dafür haben sich zehn Sportler zwischen 9 und 49 Jahren in mehrere Gruppen eingeteilt. Im Laufe des Abends wird jedes Team zweimal jeweils zwei Stunden lang ununterbrochen springen.

Mitorganisator Jürgen Krey steht am Beckenrand und betrachtet begeistert die Anfangsphase. Noch sind die Springer motiviert. Nacheinander rennen sie den Turm hoch, springen, schwimmen an den Beckenrand und rennen wieder, als ob sie noch nie etwas anderes gemacht hätten. Doch Krey weiß um die Schwierigkeit des Rekordversuchs. «Auf die Dauer wird das Ganze sehr anstrengend, vor allem das Hochklettern auf den Turm», meint Krey. «Deswegen müssen die Springer darauf achten, immer einen kontinuierlichen Puls zu haben, damit der Kreislauf alles mitmacht. Das bedeutet: viel trinken, einfache Sprünge und möglichst kein Stress.»

Doch darauf achten viele Springer jetzt noch nicht. Hochmotiviert macht ein Mädchen einen Salto, ein Junge wippt besonders kräftig auf dem Brett, damit er so hoch wie möglich in die Luft springt, bevor er ins Wasser eintaucht.

Unter ihnen befindet sich auch Justin, der Sohn von Kerstin Lane. Der Zehnjährige, der in der Gruppe seiner Mutter mitspringt, war von Anfang an von der Idee, einen Rekord aufzustellen, begeistert. «Mir machen Kopfsprünge Spaß und ich wollte mal eine Nacht ohne Schlaf auskommen», erklärt der Junge mit einem breiten Grinsen. Seine Mutter macht ebenfalls mit, «weil’s einfach Spaß macht und es aufregend ist, mal etwas Außergewöhnliches zu machen.»

Krey freut sich, dass die Idee der Schwimmabteilung unter den Mitgliedern so großen Zuspruch findet, schließlich wurde der Rekordversuch ins Leben gerufen, um den Bayern-07-Schwimmern ein Gruppenerlebnis zu ermöglichen. «Außerdem wollen wir zeigen, was mit Ehrgeiz denn so alles möglich ist», sagt Krey.

Der Ehrgeiz ist auch nach einer Stunde noch ungetrübt. Die Anzeigetafel zeigt mittlerweile 269 Sprünge an.

Während die erste Gruppe noch springt, zieht sich die nächste bereits um. Die Frauen tragen schwarze Badeanzüge mit einem knallgelben Streifen an der Seite, die Männer haben schwarze Badehosen an.

Auf Bänken an der Seite warten sie auf ihren Einsatz. Damit eine gute Verpflegung gewährleistet ist, hat jeder etwas zu essen mitgebracht. Die Stärkung ist ein wichtiger Bestandteil des Trainings, denn jedem wird im Laufe des Abends noch viel Kraft abverlangt.

Um 6 Uhr drückt mit Justin schließlich der letzte Springer auf den Buzzer – das vorerst letzte Mal bis zum letzten Training am 6. März.

Kerstin Fellenzer
15.12.2009
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