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Neuer Containerbahnhof im Nürnberger Hafen

Drehscheibe für Güterverkehr - 1400 Lkw abgefertigt
 Neuer Containerbahnhof im Nürnberger Hafen
Foto: André de Geare
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NÜRNBERG - Der neue, 32 Millionen Euro teure Containerumschlagbahnhof im Hafen ist in Betrieb gegangen. Bis zu 1400 Lastwagen steuern künftig pro Tag das Güterverkehrszentrum (GVZ) mit ihren Waren an. Der alte Containerterminal in der Innenstadt mit hohen Lärmbelastungen für die Bürger wird dafür geschlossen.

Unter der riesigen Krake geht es fast zu wie in einem Bienenstock. Alle paar Minuten steuern Lastwagen oder Eisenbahnanhänger die zwei neuen Containerbrücken an. Aus bald 40 Meter Höhe steuert ein Kran mit vier Greifarmen einen Container an und zieht ihn in die Höhe. So wird ein Transportbehälter nach dem anderen von den Bahnanhängern auf den Lkw verladen – oder umgekehrt.

Nicht viel länger als 16 Minuten dauert die Durchlaufzeit für einen Lkw, betont Olaf Schreiner, einer der beiden Geschäftsführer der TriCon Container-Terminal Nürnberg GmbH, die die Anlage betreibt. «In Hamburg vergehen dafür schon einmal 160 Minuten«. Bis zu 1400 Lastwagen kommen mit der neuen Anlage an einem Tag im Hafen zusammen. Jede Woche verlassen bis zu 50 beladene Güterzüge das GVZ. Hier schlägt mehr denn je das Herz des Nürnberger Güterverkehrs. Straße, Schiene und Wasser sind die Blutbahnen für die Warenströme.

Vorerst Ruhe in Gostenhof

Allein 700 Lkw haben bisher täglich den alten Containerbahnhof in der Austraße in der Innenstadt angesteuert. Für die Anwohner in Gostenhof täglicher Lärmstress. Jetzt fahren die Lkw in den Hafen und lassen ihre Fracht hier abladen oder nehmen neue auf. «Dies ist ein schöner Tag für die Gostenhofer«, meinte Oberbürgermeister Ulrich Maly. Er bat zugleich die Bahn, beim geplanten S-Bahn-Werk auf dem alten Areal mehr Rücksicht auf den Lärmschutz zu nehmen. 2011 soll es in Betrieb gehen.

Zwei Jahre hat der Bau des neuen Containerumschlagbahnhofs gedauert. 32 Millionen Euro investierten der Bund (26,3 Millionen) und die Bahn (5,7 Millionen Euro) in den Standort Nürnberg. Zu den zwei bestehenden Containerbrücken sind zwei hinzugekommen. «Wir können noch auf sechs aufstocken«, sagt Alexander Ochs, TriCon-Geschäftsführer.

Positive Prognosen

Doch im Moment reichen die Kapazitäten mehr als aus. Die Inbetriebnahme fällt in die Wirtschaftskrise. Der Umschlag sinkt, er liegt heuer unter dem Vorjahreswert von 82.000 sogenannten Ladeeinheiten (wie Container, Sattelauflieger und Bahnwechselbrücken), räumte Ochs ein. Bisher betrug die Kapazität der ersten Anlage 155.000 Ladeeinheiten. Durch das neue, zweite Modul erhöht sich die Kapazität auf 310.000 Einheiten. Da ist noch viel Luft nach oben.

Die Prognosen, so Ochs, gehen aber schon für 2010 wieder von einem Wachstum des Güterverkehr von zwei bis 3,5 Prozent aus. Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutsche Bahn AG in Bayern, ist sich sicher, dass Nürnberg nun eine noch stärkere Rolle beim Güterumschlag im Freistaat spielen werde. Bereits jetzt werde ein Viertel der Tonnage, die im Freistaat auf die Schienen komme, in Nürnberg umgeschlagen. 3,42 Millionen Tonnen, so Hafen-Chef Harald Leupold, sind es in diesem Jahr. Vor zehn Jahren waren es erst 1,072 Millionen.

Andreas Franke
16.12.2009
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