Nachrichten und Informationen aus FrankenNuernberger Nachrichten aktuellNuernberger Zeitung aktuell Nürnberg Feuerwehr Brand Johannis Löschzug
   
LOKALMELDUNGEN - NÜRNBERG  
«Barockhäusle« abgebrannt - Gasflaschen kurz vor der Explosion

Beinahe-Katastrophe in St. Johannis

 Beinahe-Katastrophe in St. Johannis
Bitte Bild anklicken!
Bitte Bild anklicken!
Der Nürnberger Stadtteil Johannis ist am Mittwoch knapp einer Katastrophe entgangen: Ein Brand zerstörte das «Barockhäusle« nahe des Johannisfriedhofs. Fast ein Dutzend Flüssiggasbehälter stand kurz vor der Explosion. Eine Bewohnerin wurde verletzt. Der Sachschaden geht in die Hunderttausende.

War es Brandstiftung? Dieser Frage gehen Experten des Kommissariats K12 der Nürnberger Kripo seit gestern Nachmittag nach. Denn der vernichtende Brand hatte offenkundig seinen Ausgangspunkt an den Gasflaschen im Hof des Anwesens gehabt. Stählerne Gasflaschen aber fangen nicht von selbst Feuer.

Gleich mehrere Gasbehälter waren kurz nach 7 Uhr früh lichterloh in Flammen gestanden und drohten, zu explodieren. Durch die enorme Hitze konnten sie schnell auf das historischen Gebäude an den Hesperidengärten übergreifen. Dort fraßen sich die Flammen in Windeseile bis zum Dachstuhl durch.

Als gegen 7.10 Uhr die ersten Notrufe in der Feuerwehrleitstelle am Hafen eingingen, stand der Dachstuhl offenbar bereits im Vollbrand. Der Feuerschein war in weiten Teilen der Johannisstraße zu sehen. Die Leitstelle setzte gleich zwei Löschzüge kurz hintereinander mit Einsatzkräften aus den Feuerwachen 1 (Reutersbrunnenstraße), 2 (Veilhofstraße) sowie 3 (Jakobsplatz) sowie Sonderfahrzeugen der Wache 4 (Hafen) in Marsch.

Als die ersten Einheiten am «Barockhäusle« eintrafen, standen sowohl im Hof als auch im angrenzenden Gebäude etliche Gasflaschen in einem Flammenmeer. Wegen der akuten Explosionsgefahr mussten die Feuerwehr-Stoßtrupps zunächst massive Deckungen suchen. Von dort aus wurden die Gasflaschen mit C-Schläuchen gekühlt, um deren Bersten zu verhindern.

Weitere Stoßtrupps gingen unter schwerem Atemschutz gegen die Flammen im «Barockhäusle« vor und sicherten gleichzeitig die Nachbargebäude gegen ein Übergreifen der Flammen ab. Die Feuerwehr musste nach und nach mehrere Stoßtrupps in das Brandhaus schicken, bevor die Flammen in den beiden Geschossen des historischen Gebäudes sowie im Dachstuhl erstickt waren.

Aufgrund der Brandschäden und der Löschwasser-Folgen ist das Haus ist bis auf weiteres unbewohnbar. Unklar blieb zunächst, wie stark die massiven Dachbalken sowie andere tragende Elemente in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ob das historische Gebäude zu retten ist oder abgerissen werden muss, soll nun ein Gutachter klären.

Eine Bewohnerin wurde von Feuerwehrler aus dem Gaststättengebäude gerettet. Sie kam mit einer Rauchvergiftung ins Nord-Klinikum. Vier Bewohner der mehrstöckigen Nachbarhäuser wurden vorsorglich evakuiert und kamen bis zum Ende der Löscharbeiten in einem bereit gestellten VAG-Bus unter. Am späteren Vormittag konnten sie in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die Johannisstraße war während der Lösch- und Nachlöscharbeiten für den Verkehr gesperrt. Es kam zeitweise zu erheblichen Behinderungen. Die Berufsfeuerwehr war mit 40 Mann im Einsatz, die Rettungsdienste mit neun Sanitätern und einem Notarzt, die Polizei bot rund ein Dutzend Beamte auf.

Zwei weitere Brände in Nürnberg

Bei zwei weiteren Bränden im Stadtgebiet entstand am Dienstag hoher Sachschaden. Ein Brandopfer musste schwer verletzt ins Klinikum gebracht werden.

Ein Kurzschluss in einer Elektroanlage führte an der Vogelweiherstraße zu einem Feuer in einem unterirdischen Kabelschacht aus. Auslöser war gegen 17.15 Uhr vermutlich einsickerndes Schmelzwasser. Die Berufsfeuerwehr konnte die Flammen schnell löschen. Der starke Rauch, der durch die schmorenden Kabelisolierungen entstand, richtete rund 100.000 Euro Schaden an.

Verbrennungen am ganzen Oberkörper erlitt ein 33-Jähriger in seiner Wohnung an der Künhoferstraße. Der Mann am Dienstag gegen 21.15 Uhr seinen Heizofen überfüllt. Dabei entstand eine Stichflamme, die auf die Kleidung des 33-Jährigen übergriff und ihn großflächig verbrannte. Es besteht allerdings keine Lebensgefahr. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf mehrere Tausend Euro. Die Kripo ermittelt.

Tilmann Grewe
24.12.2009
Mehr vom aktuellen Tagesgeschehen lesen Sie in Ihrer Zeitung. Jetzt abonnieren Link auf ein externes Angebot
 
  © NORDBAYERN.DE