SCHWABACH - Die Fachschaft Ethik am Adam-Kraft-Gymnasium lud zu einem Vortrag über die Glücksforschung ein. Als Referenten hatte man Professor Dr. Karlheinz Ruckriegel von der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg zu Gast. Sein Fazit: Geld macht nicht glücklich.
Die 10. bis 13. Klassen ließen sich über das Glücksgefühl belehren und ermöglichten mit reflektierten Fragen eine anspruchsvolle Diskussion. Für den hauptberuflichen Makroökonomen Ruckriegel, der sich sonst mit Geldpolitik beschäftigt, ist das Thema Glück ein selbst relativ neues Forschungsgebiet.
Im Gegensatz zur früher gängigen Ansicht, ist die moderne Glücksforschung der Meinung, dass die Wohlfahrt einer Gesellschaft nicht über das Brutto-Inlands-Produkt pro Kopf (BIP) zu messen, geschweige denn zu verbessern oder etablieren ist. Ab einem bestimmten Einkommen bringe mehr Geld nicht auch mehr Glück.
Moderne Studien ergeben, dass die persönliche Zufriedenheit von der Zunahme materieller Güterverfügbarkeit geradezu abgekoppelt ist. Einkommen führe also nur zu einem ineffizienten Überkonsum materieller Güter. Somit habe die gängige ökonomische Theorie ein Erklärungsdefizit, wenn sie an dem überholten Ziel festhalte, dass Wirtschaftswachstum das Ziel staatlichen und gesellschaftlichen Handelns sein solle.
Aber welche Wege führen zum Glück, wenn es nicht vom Einkommen abhängt? Laut Professor Ruckriegel sei dabei ein «Emotions-Management» nützlich: Dankbarkeit, Hilfsbereitschaft und Stärkung sozialer Beziehungen machten positive Gefühle möglich, während Pessimismus, Perfektionismus, negative Übertreibungen sowie Grübeleien über unveränderliche Gegebenheiten zu Unsicherheit und Bedrohung führten. |