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Rikkis grausamer Tod

 Rikkis grausamer Tod
WEISSENBURG/GÖPPERSDORF – In einer illegal aufgestellten Tierfalle bei Göppersdorf ist ein Hund brutal getötet worden. Die Polizei hat inzwischen den Jäger ermittelt, der die unzulässige Falle aufgestellt hat. Die Tierschützer laufen Sturm.

Ein Ellinger Ehepaar ist kürzlich mit der 13-jährigen Tochter und dem eineinhalbjährigen Mischlingshund «Rikki» in der Nähe von Göppersdorf spazieren gegangen. Auf dem Feldweg ließen sie den Hund frei laufen und herumtollen. Auf einmal verschwand der Vierbeiner im Unterholz und gab kurz darauf einen markerschütternden Schrei von sich. Die Familie entdeckte ihren Hund, der mit dem Kopf in der Falle steckte. Die Eltern versuchten noch, diese wieder zu öffnen und ihn zu befreien. Doch die Hilfe kam zu spät. Das Rückgrat des Hundes war gebrochen.

Die Besitzer luden den Kadaver ins Auto und fuhren umgehend zur Weißenburger Polizei. Sie erstatteten Anzeige. Doch als die Polizisten etwa eine Stunde später am Ort des Geschehens eintrafen und sich selbst ein Bild von der Szenerie machen wollten, war die Falle verschwunden. Die Beamten fanden lediglich einen abgeschlagenen Hühnerkopf und ein paar Federn. Das ist durchaus üblich, um sogenanntes Haarraubwild wie Marder oder Iltisse anzulocken.

Fallensteller ermittelt

Der Polizei gelang es dennoch, den Fallensteller ausfindig zu machen. «Da grundsätzlich eine Gefährdung von Haustieren bei der Jagd ausgeschlossen werden muss, wird gegen den Mann eine Anzeige beim Landratsamt Weißenburg erstattet», schreibt die Polizei in ihrem Bericht.

Diese lag dort gestern noch nicht vor, wie der zuständige Sachgebietsleiter Bernd Oster auf Anfrage des Weißenburger Tagblatts bestätigte. In Bayern sind Jagdfallen anders als in anderen Bundesländern nicht generell verboten. Allerdings müssen die Jäger den Besuch eines Fallenlehrgangs nachweisen, der seit Mitte der 90er-Jahre aber ohnehin fester Bestandteil der Jägerprüfung ist.

Außerdem muss der Jäger den Einsatz der Fallen beim Landratsamt anmelden. Und: Zulässig sind nur Lebend- oder sogenannte Zugfallen. Bei Ersteren wird das Tier – wie der Name schon sagt – lebendig gefangen. Die Zugfallen schnappen zu, sobald ein ein Köder weggezogen wird. Die Fallen sind so konzipiert, dass sie dem Tier das Genick brechen, um ihm unnötiges Leid zu ersparen. Trittfallen, wie sie offenbar «Rikki» zum Verhängnis wurden, sind auch in Bayern streng verboten.

Wie viele Fallen in Weißenburg-Gunzenhausen im Einsatz sind, kann Sachgebietsleiter Oster aber nicht ohne Weiteres sagen. «Wir führen darüber keine Statistik.» Die Zahl ließe sich nur durch aufwendiges Auswerten der einzelnen Anträge ermitteln. Probleme mit Jägern, die Fallen aufstellen, habe es in den vergangenen Jahren jedenfalls höchst selten gegeben – und wenn, dann handelte es sich um Lebendfallen.

Nach Auskunft des Sachgebietsleiters dürfen die todbringenden Fangeisen im Freistaat nur so aufgestellt werden, dass eine Gefährdung von Menschen und Haustieren ausgeschlossen werden kann. Die Falle lediglich in einem Gebüsch oder im dichten Unterholz zu verstecken, reiche in der Regel nicht aus, informierte er. «Dort ist sie ja auch zugänglich, sonst könnte sie der Jäger ja auch nicht hinstellen.» Vielmehr sei ein richtiges Verblenden durch einen sogenannten Fangbunker oder eine Art Verschlag erforderlich.

Oster betonte freilich, dass er zu dem konkreten Fall keine Stellung nehmen könne, zumal ihm die Unterlagen noch nicht vorliegen. Generell handelt es sich aber um eine Ordnungswidrigkeit, die eine Geldbuße von bis zu 5 000 Euro zur Folge haben kann. Außerdem kann das Landratsamt als Aufsichtsbehörde gegen den Jäger ein Jagdverbot von einem Monat bis zu einem halben Jahr verhängen. Und im Zuge des Verfahrens wird auch die Zuverlässigkeit des Jägers überprüft. Bei wiederholten Verstößen oder fahrlässigem Umgang könnte sogar der dauerhafte Entzug des Jagdscheins die Folge sein, so Oster. Ob es dazu in diesem Fall kommt, wird freilich erst die Überprüfung der Fakten zeigen.

Tierschützer laufen Sturm

Indes laufen die Tierschützer Sturm gegen den verantwortlichen Jäger und die Fangeisen. Er habe den Bayerischen und den Deutschen Tierschutzbund eingeschaltet, erklärte Martin Heinze gegenüber unserer Zeitung. Der Weißenburger ist mit den Besitzern von «Rikki» verwandt. Die Familie sei durch den Vorfall regelrecht «traumatisiert», sagte er. Heinze will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Gemeinsam mit dem Tierschutzbund will er in den nächsten Tagen erörtern, welche juristischen Möglichkeiten es gibt, um gegen den Fallensteller vorgehen zu können: «Ich lasse nicht locker, bis ihm die Jagdlizenz entzogen ist.»

ROBERT MAURER
18.1.2010 16:32 MEZ
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