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Ende des Elends |
| Die Vielfalt an Produkten aus gerechtem Handel nimmt zu - und die Käufer sind längst keine Ökos mehr, sondern Trendsetter |
| Ende des Elends |
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Fairer Handel verändert, sagt Thomas Speck, Geschäftsführer der Gepa. Beispiel: Teeplantage Samabeong in Darjeeling.
Asien? War für Speck ein fremder, ferner Kontinent, als er vor 20 Jahren bei der Gepa als kaufmännischer Leiter begann. Seine erste Reise führte ihn 1994 nach Sri Lanka und Indien. Einen ganzen Tag lang fuhren er und seine Mitarbeiter in Jeeps in die Berge, bis sie die mit 2200 Meter höchst gelegene Teeplantage erreichten. 16 Jahre lang lag die Plantage brach. Die Teepflücker, damals 1200 Menschen, vegetierten in Hütten vor sich hin, die meisten waren arbeitslos. Erst als sich 1990 neue Eigentümer für die rund 100 Hektar Land interessierten, kam ein Prozess in Gang. Die Gepa packte mit an, die Plantage wurde rekultiviert und allmählich nach den Richtlinien des fairen Handels wiederaufgebaut. Zwei Mal war Speck in den vergangenen Jahren vor Ort: «Es ist unglaublich, was seitdem dort passiert ist.» Von den Gewinnen aus dem Teeanbau, so entschied die dortige Genossenschaft eigenverantwortlich, wurde eine Highschool für die Kinder der inzwischen 1400 Pflücker errichtet. Aus den sehr ärmlichen Hütten sind Häuser geworden, manche sogar mit Solarzellen auf dem Dach.
Was für Speck aber ebenso wichtig ist: Durch die solide Einkommensbasis sind die Menschen selbstbewusster geworden. Inzwischen ist sogar eine Frau zur Sprecherin in den Vertretungsgremien der Pflücker gewählt worden. «Die Prozesse dauern manchmal Jahre», sagt Speck, «aber wenn die Menschen vor Ort mit Hilfe des fairen Handels erst einmal wieder Boden unter den Füßen gewonnen haben, dann setzen sie selbst diese positive Entwicklung fort.» Und jenen, die bislang keine Chance hatten, werden ebenfalls Möglichkeiten geboten, an der fairen Produktion teilzuhaben – auch, um sozialer Ungerechtigkeit vorzubeugen.
Fairtrade boomt. Gut so, möchte man meinen. Aber schon droht die Nachfrage größer zu werden als das Angebot, sagt Speck. Das Problem: Das Zertifizierungs-Kontrollgremium, das das Fairtrade-Siegel vergibt und für die Einhaltung der Regeln garantiert, kann mit der raschen Entwicklung kaum noch Schritt halten. Neue Wege für den fairen Handel müssen daher gefunden werden.
Martina Hildebrand |
| 23.1.2010 |
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