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Effeltricher quält Hamster in der Garage

400 Nager und Vögel im Spitzboden gehalten - Tiere griffen sich an - Großaktion des Veterinäramts
 Effeltricher quält Hamster in der Garage
Foto: Edgar Pfrogner
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EFFELTRICH - Das Veterinäramt ist in Effeltrich einem mutmaßlichen Tierquäler auf die Spur gekommen. Der Mann hatte im Dachboden seiner Garage mehrere hundert Hamster, Hasen, Meerschweinchen und Vögel zusammengepfercht. Einige Tiere waren bereits tot.

Von neun Uhr früh bis nachmittags um 16 Uhr dauerte der Einsatz. Irgendwann reichten die Transportkisten nicht mehr aus. Das Tierheim Forchheim forderte Hilfe aus Erlangen an. «300 bis 400 Tiere haben wir evakuiert», erzählt Tierheim-Leiterin Marianne Wende. Sie sei zwar am Vortag vom Veterinäramt auf den Einsatz vorbereitet worden, «dass es so schlimm wird hätte ich nicht erwartet». Auch Amtsveterinär Dr. Bernhard Hauser spricht von einem Ausmaß, das ihn «überrascht hat».

Die 40 Sittiche, Farbkanarien und anderen Vögel, die im Spitzboden der Doppelgarage in einer Mini-Voliere hausen mussten, sind im Forchheimer Tierheim nun auf vier Volieren verteilt. «Als ich mich vor dem Käfig hinknien wollte, bin ich fast weggerutscht. Der Boden war mit Kot und Urin bedeckt», schildert Gunter Brokt, Naturschutzwächter des Landkreises seinen Einsatz. Die Exkremente sickerten bereits aus dem Dachboden die Außenwand entlang.

Nicht nur Zuchtvögel, auch Wildvögel, darunter Bergfinken, hat sich der Effeltricher gehalten, so Brokt. Damit verstoße er gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen. Etliche Tauben befanden sich im Außenbereich, auch ein Hahn mit drei Hennen tappte dort herum. Die Wasserstelle war zugefroren.

Im Dachboden blieben die Tiere ebenfalls durstig. Hunde- und Katzenfutter, altes Laugengebäck, das viel zu viel Salz enthält und alte Brötchen gab es als Futter.

Tipp aus der Bevölkerung

Der Tipp, das Anwesen in Effeltrich zu durchsuchen sei aus der Bevölkerung gekommen, berichtet Amtsveterinär Hauser. Wie die NN aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, ist der Tierhalter schon mehrmals mit dem Tierschutzgesetz in Konflikt gekommen. Vermutlich hat er mit den Tieren Handel getrieben.

Hauser, Brokt und Johannes Mohr von der Naturschutzbehörde des Landratsamts kontrollierten gemeinsam das Anwesen, Beamte der Polizeiinspektion Forchheim leisteten Amtshilfe. Ehrenamtliche Helfer sorgten für den Transport der Tiere.

Wie viele Tiere gesund sind, ist noch nicht klar. Gestern am späten Nachmittag begannen Hauser und seine Helfer, jeden Hamster, jeden Hasen, jede Maus zu untersuchen und zu registrieren. Eine Schar Mäuse sieht aus wie Mini-Igel, Urin hat ihr Fell zu Stacheln verklebt. Die erwachsenen Hamster - normalerweise Einzelgänger - mussten in Effeltrich zu dritt und mehr im Käfig aushalten. «Sie haben sich angegriffen», sagt Hauser.

Einige Tiere haben die Haltung nicht überlebt. Im Erlanger Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherung werden die Kadaver nun seziert und die Todesursache erforscht. Alles Beweise für die Staatsanwaltschaft, um gegen den Effeltricher zu ermitteln.

Im Tierheim Forchheim ist derweil der Trubel groß. «Im normalen Einsatz sind wir täglich zu dritt, das reicht jetzt aber nicht.» Von der kleinen Maus bis zum Goldhamster und Hasen - alle Tiere brauchen einen Käfig mit Streu, Futter, Wasser.

«Wir können das gar nicht alles bewältigen.» Die Kollegen aus Erlangen haben einen Teil der Tiere mitgenommen, ein Hilferuf Wendes ging auch nach Bamberg.

Die erfahrene Tierschützerin hat solch ein Drama noch nicht erlebt und hofft, dass die meisten Tiere weitervermittelt werden können. Zunächst aber bittet sie die Bürger um etwas Geduld. Bis die Tiere weitergegeben werden können, dauere es bestimmt noch einige Zeit.

Mehr Fotos unter www.nn-forchheim.de

Beke Maisch
29.1.2010
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