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Die Handball-Europameisterschaft ist für Deutschland vorüber. Als Weltmeister 2007 hat sich das Team mit dem frühen Aus nicht mit Ruhm bekleckert. Besonders in der Kritik: DHB-Kapitän Michael Kraus, einer der Senkrechtstarter der WMMannschaft. Wir sprachen mit Matthias Gieck, Kapitän der VfB-Handballer, über Parallelen zwischen Nationalteam und Handball-Landesliga.
Herr Gieck, sind Sie enttäuscht vom deutschen EM-Abschneiden?
Matthias Gieck: Ehrlich gesagt nicht so sehr, ich hab’ nie damit gerechnet, dass wir um die Medaillen mitspielen. Dass es so früh vorbei war, ist aber schon enttäuschend.
Woran lag es?
Matthias Gieck: Die junge Mannschaft muss sich erst finden. Ein wichtiger Ausfall wie Pascal Hens kann nicht so leicht verkraftet werden wie das vielleicht beim Fußball möglich wäre. Daran hatte Deutschland sehr zu knabbern - ähnlich wie wir beim VfB Forchheim mit Johannes Gradl.
Wie groß war die EM-Begeisterung: Haben Sie alle Spiele gesehen?
Matthias Gieck: Die meisten haben wir mit der Mannschaft zusammen angeguckt. Der Höhepunkt war für mich aber Deutschland gegen Frankreich - da bin ich mit meiner Freundin sogar nach Innsbruck gefahren.
Und, haben Sie sich etwas abgeschauen können?
Matthias Gieck: Über die EM hab’ ich mit dem Trainer noch nicht gesprochen. Aber wir machen uns schon Notizen.
Ein Beispiel parat?
Matthias Gieck: Wir spielen einen Spielzug, der heißt bei uns «Karabatic». Den haben wir uns vom THW Kiel im Fernsehen abgeschaut.
Der deutsche Kapitän steht in der Kritik – zurecht?
Matthias Gieck: Sein Problem ist, dass er eine starke WM gespielt hat, daran musste er sich messen lassen. Da waren die Erwartungen einfach zu hoch. Außerdem fehlten weitere Führungsspieler – alles lastete auf ihm. Keine leichte Situation.
Steht man als Kapitän auch beim VfB unter Sonderbeobachtung?
Matthias Gieck: Letztes Jahr mit Johannes Gradl war es so. Da lief es nicht – und schuld war der Jojo. Bei mir ist es nicht so, auch durch die Außenposition steh’ ich nicht so im Rampenlicht. Jetzt lastet alles auf mehreren Schultern.
Nach dem WM-Titel gab es einen Handball-Boom, auch zu Amateurspielen kamen mehr Zuschauer. Haben Sie Angst, dass das nach der EM jetzt in die andere Richtung geht?
Matthias Gieck: Nein, das glaube ich nicht. Diese WM war ein toller Imagegewinn für den Handball, das lässt nicht so einfach wieder nach. Interview: CHRISTOPH BENESCH |