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REISEBERICHTE  

Wie die Sterne stehen

Seit Januar sind die Sterne deutscher und österreichischer Hotels vergleichbar
 Wie die Sterne stehen
Foto: dpa
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Im weltweiten Hotelbusiness hat es sich schon lange eingebürgert, die Häuser mit mindestens einem und höchstens fünf Sternen zu zieren. Wie viel Komfort und welchen Service man dafür erwarten kann, das stand aber bislang in den Sternen. Denn das regelte jedes Land für sich.

Seit Januar dieses Jahres kommt Licht in den Sterneverhau, wenn auch vorläufig nur für Österreich und Deutschland. Denn seither gilt Europas erste länderübergreifende Hotelklassifizierung. Dem länderübergreifenden Sternenglanz wird sich binnen Jahresfrist vermutlich auch die Schweiz anschließen, andere Länder sind eingeladen.

Und so funktioniert das System: Alle drei Jahre erscheint ein Kontrollteam des jeweiligen Hotelverbands mit einer Checkliste und prüft rund 270 Einzelkriterien, in denen maximal 860 Punkte erreichbar sind. Ein Einsternhotel muss davon mindestens 90, ein Fünfsternehotel 570 Punkte erreichen.

Einige der Punkte sind allerdings K.O.-Kriterien: Wer als Dreisternehotel nicht wenigstens 18 Quadratmeter pro Doppelzimmer, Getränke auf dem Zimmer und einen systematischen Umgang mit Gästebeschwerden bietet, der braucht gar nicht erst zur Prüfung anzutreten. Umgekehrt kann sich ein Hotel mit Sonderpunkten zusätzlich zur Sternezahl den Zusatz «Superior» erarbeiten.

Was ist nun neu oder anders? Basis für die in Deutschland auch bisher schon alle fünf Jahre fällige Überarbeitung war eine repräsentative Umfrage bei Hotelgästen aus dem Jahr 2008. Diese hat ergeben, dass die Gäste sich vermehrt für Schlafkomfort, Wellness und Qualitätsmanagement (also etwa den Umgang der Hoteliers mit Fehlern) interessieren. Insgesamt wurden rund 30 Prozent der 270 Kriterien angepasst, erklärt Markus Luthe vom Hotelverband Deutschland.

Einige konkrete Beispiele: Hotelbett-Matratzen müssen nun mindestens 13 Zentimeter stark sein. Zusatzpunkte gibt es für mehrere Kopfkissen, die Möglichkeit zur Vollverdunkelung des Zimmers und für Bettvorleger, wenn sie waschbar sind.

Zur vollen Wellness-Punktzahl reicht es künftig nicht mehr, wenn im Hotel gerade mal eine Sauna und ein Schwimmbad vorhanden sind. Bewertet wird nun auch deren Größe. Gleiches gilt für Fitness- und Ruheräume. Apropos Sauna: Extrapunkte sind explizit vorgesehen bei unterschiedlichen Saunatypen (finnische, Bio-, Dampfbadsauna). Und wer mit einer Beautyfarm wirbt, der muss nun mehr haben als einen Schönheitscremeverkauf.

Wahren Luxus erkennt man am sogenannten Turndownservice. Dabei läuft das Zimmermädchen auch abends noch mal durch die Räume, nimmt die Tagesdecke ab und legt ein Betthupferl aufs Kopfkissen. Vorschrift ist das nur bei Fünfsternebetrieben – ab 2010 zusätzlich mit einem Zimmercheck. Und wenn nicht die Hotelangestellten, sondern ein anonymer TÜV-Mann als Testperson checkt, dann nennt man das in der Branche «Mystery Guest» – und solche mysteriösen Besuche sind nun ab der Viersterne-Superior-Klasse vorgeschrieben.

Ob damit auch die für den Gast erkennbare Leistung im Hotel steigt, wird sich erst noch zeigen. Die Sternezahl erhält ein Hotel für jeweils drei Jahre zugesprochen. Erst Anfang 2013 werden deshalb alle 10 000 klassifizierten Hotels in Deutschland und Österreich nach den neuen Kriterien beurteilt sein.

HANS-WERNER-RODRIAN

Informationen: www.hotelsterne.de www.hotelsterne.at www.hotel-sterne.ch www.hotelstars.org
6.2.2010
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