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Auch ohne Prinzenpaar ein königlicher Genuss

Die Lonnerstadter Faschingsgaudi stand heuer ebenfalls im Zeichen des Gemeindejubiläums
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Foto: Spörlein
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LONNERSTADT - Natürlich stand heuer in Lonnerstadt auch die Faschingsgaudi im Zeichen der 1100-Jahr-Feier der Gemeinde.

Nicht nur das Bühnenbild im Sonnensaal sollte an diesen «Geburtstag« mit den 1100 Pfählen erinnern, auch der Nachtwächter war ein in Nebel verhülltes, dunkel gekleidetes Zeichen längst vergangener Jahre. Der TSVler Thomas Bär schlüpfte in diese Rolle und schlenderte durch eine Art Prunksitzung, die laut Reinhold Teufel (einer von drei Vorsitzenden) nur nicht so heißt, weil man keinen Karnevalsverein habe. «Alles unsere Leute, keine fremden Akteure dabei«, versicherte Teufel.

Bereits Wochen vor der ersten von vier Veranstaltungen sei diese ausverkauft, auch für die kommenden Sitzungen habe man keine Karten mehr. Weil der eine oder andere aber immer wieder abspringe, lohne es sich, nachzufragen, meinte der TSV-Chef für Öffentlichkeitsarbeit.

Vier Veranstaltungen und etwas mehr als 200 Gäste im Saal. Donnerwetter. Teufel: «Das ist halt ein Selbstläufer«. Dies ist auch ein Verdienst von Rainer Haberkamm, der die Faschingsgaudi vor 24 Jahren anregte. Seine Mama übrigens, Hilde Haberkamm, war mit 75 Lenzen die älteste Darstellerin im Zwiegespräch mit Moni Teufel – köstlich.

Gudrun Thoma war als TSV-Vergnügungschefin für den Ablauf verantwortlich, und auch dafür, dass mit Sepp Effenberger ein Cluberer samt Gitarre auf die Bühne stolperte, der davon träumte, dass seine Nürnberger im Derby gegen die Bayern 8:0 in Führung liegen. «Loschedder Gwaaf«, so oder so ähnlich, antwortet man in Lonnerstadt auf die Gedanken des Träumers. Dass dies der TSV-Faschingsruf ist, wusste auch Landrat Eberhard Irlinger, der sich die Sitzung ohne Elferrat und Prinzenpaar nicht entgehen ließ.

Wirrwarr der Gene

Da man diese «Faschings-Insignien« nicht hat, griff man auf außergewöhnliche Paarungseigenschaften zurück und beauftragte damit Dr. Markus Rößner, der die ersten Trachten-Klonzwillinge vorstellte, deren Genwirrwarr aus dem Gehirn einer Kuh entnommen wurde. Diesen Steilpass ließ sich natürlich ein gewisser Dr. Eckard von Hirschhausen nicht nehmen, der seine «Visite« gerade in der Sauna hinter sich gebracht hatte und eine Vorlesung vom abhanden gekommenen Territorialverhalten in diesem Schwitzkasten hielt.

Hobbyregisseurin Gudrun Thoma bereitete dem Publikum einen kurzweiligen Abend und schickte zwischen den Sketchen auch die «Paartänzer« in hübschen Kostümen auf die Bühne. Zwiegespräche gab es mehrere, auch über einen Skiunfall und dem «Mann am Klavier«. Weinkauf musste nach einem Bauchredner für das «Arschgedicht« herhalten, und mit Ritterspielen war man wieder am Anfang aller Dinge, der 1100-Jahr-Feier der Marktgemeinde.

Die nächsten Ausgaben der Faschingsgaudi finden am 12., 13. und 15. Februar statt.

Niko Spörlein
8.2.2010
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