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LOKALMELDUNGEN - ROTH UND UMLAND  

Kein Platz für Fotovoltaikanlage

Historische Ansicht der Grundschule Gartenstraße soll erhalten bleiben
 Kein Platz für Fotovoltaikanlage
Foto: Tschapka
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ROTH - Fotovoltaikanlagen ja, aber nicht auf jedes Dach. Auf das der Grundschule Gartenstraße zum Beispiel nicht; auf das der Schulturnhalle, wenn möglich, schon. So lautet das mehrheitliche Votum des Rother Bauausschusses.

Vier Dächer gibt es auf dem Gelände der Grundschule Gartenstraße: eines auf der Turnhalle; eines auf dem neuen Anbau für die Musikschule, eines auf dem Verwaltungsgebäude und eines auf dem eigentlichen Schulhaus selbst. Genug Platz eigentlich für mögliche Fotovoltaikanlagen.

Doch das Dach des Verwaltungsgebäudes hat die falsche Ausrichtung; das der Musikschule liegt zu niedrig und damit im Schatten; das des historischen Schulgebäudes ist laut Verwaltung wegen der Gauben und Zwerchgiebel, vor allem aber wegen der zu erhaltenden historischen Ansicht nicht wirklich geeignet; und ob das Dach der Turnhalle so eine Fotovoltaikanlage überhaupt aushält, weiß man noch nicht gewiss.

Was also tun? Die ersten drei Varianten schloss aufgrund der fehlenden Voraussetzungen neben dem Bauamt auch der Ausschuss mehrheitlich aus. Lediglich Grünen-Stadträtin Jutta Scheffler wollte nicht ganz verstehen, warum nicht wenigstens einige Teilflächen des großen Schulhauses mit Kollektoren ausgestattet werden können. Alle anderen waren der gleichen Ansicht wie Bürgermeister Richard Erdmann, «so ein herrliches Gebäude nicht zu verschandeln«.

Die Turnhalle aber, so die einhellige Meinung, könnte genutzt werden, so sie denn statisch dafür geeignet ist. Dies, so der Beschluss, soll daher nun im Rahmen der geplanten Sanierung geprüft werden.

Vielleicht aber kann die Stadt auf diese Prüfung auch verzichten. Dann nämlich, wenn die alte Turnhalle gar nicht saniert, sondern komplett neu gebaut wird. Diesen Vorschlag machten Hochbauamtsleiter Stefan Hofmann und Planer Norbert Raith vom Architekturbüro Dömges den Ausschuss-Mitgliedern in der gleichen Sitzung.

Laut Planungsbüro würde eine Sanierung rund eine Million Euro kosten. Dann wäre die Halle zwar technisch auf dem heutigen Stand, aber immer noch zu klein. Das Feld für Ballspiele zum Beispiel würde immer noch nicht den DIN-Normen entsprechen.

Eine komplett neue Halle dagegen entspreche nicht nur der aktuellen Energiesparverordnung, sondern sei auch größer und vor allem günstiger im Unterhalt. Geschätzte Kosten für den Neubau: 1,5 Millionen Euro.

Für beide Vorhaben - sowohl die Sanierung als auch den Neubau - würden staatliche Fördergelder fließen. Doch in welchem Umfang, dies konnte die Verwaltung nicht sagen. Klar ist, dass der Freistaat bei beiden Varianten die förderfähigen Kosten mit rund 40 Prozent bezuschusst. Klar ist auch, dass bei der Sanierung aus dem Konjunkturpaket II ein pauschaler Zuschuss in Höhe von 300000 Euro fließt. Aber ob diese Pauschale auch bei einem Neubau fließt und ob diese Summe dann von den gesamten förderfähigen Kosten abgezogen wird und was die Stadt daher für die neue Halle am Ende wirklich mehr ausgeben muss, das war in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses noch nicht ganz klar.

Die Diskussion darüber, ob die Stadt nicht eigentlich sparen müsse oder ob die Kinder die Mehrkosten doch wert seien, blieb am Ende daher ohne Ergebnis. Vielmehr will die Verwaltung bis zur Stadtrats-Sitzung am Dienstag, 23. Februar, die Zuschuss-Frage klären, bevor endgültig über die Zukunft der alten Turnhalle entschieden wird.

(wi)
8.2.2010
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