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| LOKALMELDUNGEN - NÜRNBERG |
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| Eine ganze Woche für die Ehe |
Kein Paradies, aber Basis für ein gutes Leben |
| Kein Paradies, aber Basis für ein gutes Leben |
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220 Menschen kamen am Sonntag zum Gottesdienst mit dem Titel «Lichtblick», der offiziellen Auftaktveranstaltung zur «Marriage Week». Bis zum Valentinstag am 14. 2. finden die unterschiedlichsten Veranstaltungen rund um das Abenteuer Ehe statt. Ziel dieser Themenwoche, die erstmalig in Nürnberg läuft, ist es, zur Ehe zu ermutigen, Ehepaaren Impulse zu geben oder ihnen einfach Gutes zu tun.
«Beziehung? Alles andere als ein Paradies – Frag mal Eva» lautete das Thema des Gottesdienstes, den Paare und Singles, ältere und junge Leute gemeinsam feierten. Der Schirmherr der «Marriage-Week», der CSU-Landtagsabgeordnete Hermann Imhof, vertrat die Ansicht, dass man Ehe nicht als Paradies sehen könne, dass aber die Partner versuchen sollten, sich diesem Idealzustand anzunähern. Erfahren zu dürfen, geliebt zu sein mit allen Unzulänglichkeiten ist für den seit 33 Jahren verheirateten CSU-Politiker die Basis für ein gelingendes Leben. Doch müsse man, damit das Experiment Ehe funktioniere, immer im Gespräch bleiben und auch Unzufriedenheit artikulieren dürfen.
Bezug nehmend auf Adam und Eva, denen der Schöpfer das Paradies anvertraute mit der Maßgabe, es zu bewahren und zu bebauen, verglich die Theologin und CVJM-Mitarbeiterin Daniela Klein die Paarbeziehung mit einem Garten, der bearbeitet werden muss. Darin gelte es zu säen und zu pflanzen, aber auch zu jäten, damit gute Früchte geerntet werden könnten. Partner sollten miteinander nachdenken und besprechen, was für den anderen wichtig sei. Dass Beziehungen sich veränderten «wie ein Garten in den Jahreszeiten» sei ganz normal, so Klein und ermutigte, Herbst- und Winterperioden auszuhalten im Vertrauen auf einen neuen Frühling.
Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen sind entscheidend, damit Ehe und Familie gelingen können. Deshalb lädt Imhof, Mitglied im Ausschuss für Soziales, Familie und Arbeit im Landtag, heute um 19.30 Uhr zu einer Gesprächsrunde zur Ehe- und Familienpolitik in die Treppenhaus- Lounge des CVJM (Kornmarkt 6).
Die aktuellen Krisen – Wirtschafts-, Finanz-, Klimakrise – interpretiert Imhof als «geistige Krise», in der es besonders wichtig sei, die Familien zu stärken. Nach Ellenbogenmentalität und egoistischen Tendenzen in einer Gesellschaft, in der sich einige wenige auf Kosten anderer bereichern, sehnten sich die Menschen nach Werten wie Aufrichtigkeit, Treue, Verlässlichkeit, Solidarität, die in den Familien gelebt werden.
Wenn es gelinge, das Wertedenken der Familien nach draußen zu transportieren, «können wir die Welt verändern», zeigt sich Imhof überzeugt. Doch müssten Staat und Wirtschaft für die gesellschaftspolitisch wichtige Institution Familie noch mehr tun. Mit dem Ausbau der qualifizierten Betreuungseinrichtungen allein sei es nicht getan. Der Politiker fordert Akzeptanz und Unterstützung für die Frauen, die sich selbst um die Erziehung ihrer Kinder kümmern möchten, will «eine echte Wahlfreiheit» für die Familien, eine «Ebenbürtigkeit der Modelle». «Alle Leistungen müssen auf den Prüfstand» meint Imhof, verweist aber zugleich darauf, dass der bayerische Staat trotz der angespannten Situation die Familienmittel im Sozialetat nicht kürzt.
Auch die Wirtschaftsunternehmen sieht der Politiker in der Pflicht, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser zu ermöglichen. In der «Rush-Hour von Familien», der erziehungsintensiven Zeit, sollte man den Familien mehr Freiräume geben, ihr Leben nach ihren Wünschen zu gestalten. Den Firmen empfiehlt er, nicht nur Leistung zu fordern, sondern den Humanfaktor ernster zu nehmen – zum Wohle künftiger Generationen und einer menschlicheren Gesellschaft. Ulrike Pilz-Dertwinkel |
| 8.2.2010 |
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NORDBAYERN.DE |
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