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| SPORT - FORCHHEIM UND UMLAND |
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«Den vermöbeln, der den Ball will» |
| VfB-Handballtrainer Elmar Ehrich spielte eine Saison als Profi American Football |
| «Den vermöbeln, der den Ball will» |
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Touchdown, Kick-Off, Tackle – American Football ist im Aufwind. Immer mehr Sportbegeisterte schlagen sich auch bei uns die Nacht um die Ohren, um den «Superbowl», das Endspiel um die US-Meisterschaft, live im Fernsehen zu sehen. Footballbegeistert ist auch Elmar Ehrich, Handballtrainer des VfB Forchheim. Er selbst spielte eine Saison in der NFL Europe, einer Profiliga.
FORCHHEIM - «Eigentlich», sagt Elmar Ehrich, «ist das alles doch schon sieben, acht Jahre her». Bescheiden ist der Forchheimer Handball-Trainer, wenn es um ihn selbst geht. Aber: ja, das stimme, er habe mal Football gespielt. «Reich bin ich davon nicht geworden», lacht der 30-Jährige.
Eine Saison spielte Ehrich aktiv bei Berlin Thunder in der NFL Europe, einer Profiliga, in der während der Pause der US-Liga die Football-Profis nach Europa kamen, um mit «Nationals» zusammen für ihren Sport zu werben. Ehrich war einer dieser Nationals, der europäischen Spieler. «Ich habe im Hotel gewohnt, um Essen und Getränke musste ich mich nicht kümmern», erinnert er sich. Zweimal am Tag Training, Spiele in Amsterdam, Schottland, Barcelona, Düsseldorf und Frankfurt. «Insgesamt viermal stand ich auf dem Feld», sagt Ehrich, immer im «Special Team», also für spezielle Aufgaben zuständig. Seine war es, einfach erklärt, «von ganz weit außen durchbrechen und denjenigen vermöbeln, der den Ball fangen will». Er macht keinen Hehl daraus: «Wenn es geklappt hat, ein geiles Gefühl!»
Football-Teams haben in der Regel einen Kader von gut 50 Spielern – große, zum Teil sehr übergewichtige, aber auch gertenschlanke, bewegliche, blitzschnelle Akteure. «Das ist das Beeindruckende: Man braucht allerlei Persönlichkeiten mit völlig unterschiedlichem Körperbau», erklärt Elmar Ehrich. Die «Fatties», wie er sie nennt, sind besonders bewundernswert. Denn: «Sie sind jeden Tag im Kraftraum und stehen auf dem Platz. Sie schaffen es, ihre 130, 140 Kilo mit Finesse zu bewegen, Körpertäuschungen zu machen, zuzupacken.»
Angst vor dem 120-Kilo-Koloss
Er selbst erinnert sich noch gut an ein Training, als ein fast zwei Meter großer, 120-Kilo-Koloss mit dem Ball in der Hand auf ihn zustürmte. «Ich hatte den Auftrag, ihn zu stoppen, auch wenn ich nur 85 Kilo auf den Rippen hatte. Da kann man es schon mit der Angst bekommen . . .» Aber Ehrich stellte sich dem Koloss in den Weg und unmittelbar vor dem schmerzhaften Aufprall «sah ich ein Lächeln in seinem Gesicht. Er wusste: Den Ehrich mach’ ich jetzt platt.» Trotzdem sei es ein «tolles Gefühl» gewesen. «Dafür spielt man Football.»
Den Superbowl jetzt am Sonntagabend fand Ehrich «großartig». Gerade, weil er immer den Underdog favorisiere, hätte es ihn besonders gefreut, «mit wie viel Leidenschaft die New Orleans Saints gespielt haben».
Als Elmar Ehrich mit der Bundeswehr ein Jahr in Alabama war, hatte er sich mit dem «Footballfieber» infiziert. «An einem Spieltag ist die ganze Stadt geschmückt, 80 000 Menschen strömen ins Stadion, grillen vor dem Match in ihrem Pickup. Die zelebrieren ein Footballspiel.»
Das Football-Fieber hat Ehrich heute noch, spielt ab und an zum Aufwärmen mit den VfB-Handballern mit dem «Ei». Er selbst gesteht: «Wenn ich so nachdenke, hätte ich mal wieder Lust zu spielen.» Im Freibad, oder am Prinzregentenufer in Nürnberg. Vielleicht aber auch schon morgen wieder, im Handballtraining.
Christoph Benesch |
| 9.2.2010 |
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