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SCHWANSTETTEN (stt) – Hans Jäger bleibt weitere vier Jahre Chef der Schiedsrichter im Fußballkreis Neumarkt/Jura. Während der Delegiertenversammlung in der Sportgaststätte des 1. FC Schwand wählten 56 von 101 Schiris aus den Gruppen Neumarkt sowie Jura-Nord und Jura-Süd den 61-jährigen Kalbensteinberger in seine zweite Amtsperiode als Kreis-Schiedsrichter-Obmann. Seinen Aussagen zufolge wird es auch die letzte sein. «In vier Jahren trete ich definitiv nicht mehr an«, sagte Jäger nach seiner Wiederwahl.
Jäger hatte sich einem Gegenkandidaten stellen müssen. 44 Stimmen entfielen auf Werner Stroech. Der 55-jährige Zimmerermeister aus Leerstetten war vor vier Jahren von Jäger abgelöst worden und nun wieder angetreten. «Wir sind die größte Gruppe«, begründete der Obmann des Jura-Nordens seine erneute Kandidatur. Jura-Nord stellte 43 Delegierte. Für Jura-Süd waren 30 und für Neumarkt 28 Delegierte nach Schwanstetten gekommen. «Ich bin nicht enttäuscht«, sagte Stroech nach seiner Niederlage. «Wir arbeiten im Kreisschiedsrichterausschuss ja gut zusammen.«
Alles in allem zogen die drei Gruppenchefs Hans Jäger, Werner Stroech und Michael Tittmann eine positive Bilanz der vergangenen vier Jahre, in denen die Schiedsrichter der Landkreise Roth, Neumarkt und Weißenburg-Gunzenhausen sowie der Städte Schwabach und Neumarkt 54.799 Spiele geleitet haben. Die Zahl der aktiven Referees des Kreises ist in dieser Zeit von 858 auf 932 gestiegen.
Die Höchstqualifizierte ist eine Frau. Die 21-jährige Angelika Söder aus Schwarzenbruck leitet Spiele der Frauen-Bundesliga, der Herren-Bayernliga und war bereits zwei Mal bei internationalen Damenspielen an der Linie im Einsatz. 28 jeweils 3-köpfige Schiedsrichterteams aus dem Kreis verschaffen den Regeln in Spielen ab der Bezirksliga Geltung. 57 Schiedsrichter pfeifen in den beiden Kreisligen. 15 davon sind unter 20 Jahre alt. Hans Jäger machte aber auch auf eine andere Altersgruppe aufmerksam. «Es wäre ein Fehler, nicht auf die Schiris zwischen 25 und 50 zu achten«, sagte Jäger. Dort gebe es gegenwärtig zu wenig gute Spieleiter.
Ein «Erdbeben« erwartet
Michael Tittmann, der Obmann der Gruppe Neumarkt, kritisierte die aus seiner Sicht überzogene Belastung seiner Schiedsrichter. «Es kann nicht sein, dass wir als kleinste Gruppe 40 Prozent aller Spiele besetzen«, so Tittmann. «Mit 260 Schiedsrichter leiten wir 1200 Partien mehr als die größte Gruppe mit 400«, rechnete er vor. Zugleich drängte Tittmann darauf, die Beschlüsse des Kreisschiedsrichterausschusses einheitlich zu vollziehen. «Die Mehrheit beschließt und einer macht es so wie er will«, sagte Tittmann ohne Namensnennung. «Nach außen müssen wir homogen auftreten und mit einer Zunge sprechen«, verlangte der 38-jährige Bezirksoberliga-Schiedsrichter aus Altdorf. Michael Tittmann machte außerdem auf ein Nachwuchsproblem aufmerksam. «Obwohl wir so viel Werbung wie noch nie gemacht haben, kamen lediglich drei Teilnehmer«, schilderte er die Beteiligung am jüngsten Neulingslehrgang der Gruppe Neumarkt. «Bei den Vereinen herrscht zu viel Konsumentenverhalten«, mutmaßte er über die Gründe für den schlechten Zuspruch. Es sei nun Zeit für ein deutliches Signal an die Vereine, forderte Tittmann. «Wenn sie nicht mehr Schiedsrichter stellen, können wir nicht mehr alle Spiele besetzen«, sagte der Neumarkter Schiri-Boss.
Die beiden Grußwortredner gingen auf den Skandal an der Spitze des DFB um Schiedsrichter Amerell ein. «Das wird noch ein Erdbeben mit mehr als Stärke zehn geben«, prophezeite Bezirksschiedsrichterobmann Gerhard Pech. Herbert Eckstein meinte, «das ist für unser Image ganz schlecht«. Er sah die Verantwortung dafür bei der DFB-Spitze. «So ein Handling kann sich eigentlich niemand erlauben«, sagte der Landrat. |