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ROTH - Was man aus einer Frau - und aus einem Mann - so alles machen kann, das zeigten 43 Künstlerinnen am Wochenende bei den dritten Rother «Frauenkulturtagen« in der Grundschule am Nordring. Etwa 120 Gäste, darunter zahlreiche Kommunalpolitiker, bestaunten zur Vernissage die vielfältigen kreativen Künste zum Thema «eRot(h)ik« im Jahr des 950-jährigen Stadtjubiläums.
Diesmal war sich Eva-Maria Schuster, die diese besondere Kulturveranstaltung zusammen mit Angela Gröne einst ins Leben gerufen hatte, sicher. «Ja«, in zwei Jahren werde es die vierten Rother «Frauenkulturtage« geben. Vor zwei Jahren hätte sie noch «vielleicht« gesagt, antwortete die Schirmherrin Christine Rodarius, die sich auch sicher ist, dass die «Rother Kulturlandschaft so eine Einrichtung braucht.«
Herren wie Damen konnten die Organisatoren begrüßen. Diese Reihenfolge war ganz bewusst gewählt, denn «hinter jeder starken Frau steht ein starker Mann«.
Roths stellvertretende Bürgermeisterin Elisabeth Bieber hob in ihrem Grußwort zum Thema «eRot(h)ik« - thematisch etwas abschweifend - die «vielen kleinen, romantischen Plätze« in Roth hervor.
Die Künstlerinnen begeisterten mit ihren kuriosen wie abstrakten Werken schon zur Vernissage das interessierte Publikum. Erotik aber war in der Ausstellung in der Tat geboten – ob ein umschlungenes Paar beim Liebesakt in Acryl, sexy Kleidung, die A Cappella-Sängerinnen von «Frankanameras« (eine Frauen-Power-Gruppe, die sich eigens für diese Präsentation zusammengefunden hatte) oder ganz einfach die dominierende Farbe Rot.
«Mich schmücken mit Federboa und Glitzer. Es bleibt der rote Hut mit breiter Krempe schräg über dem Auge.« Das ist ein Teil von Barbara Klingels Gedicht zu dem Bild «Fasching« von Anja Lößel. Die Zusammenarbeit mit Collagen-, Acryl- und Aquarellkünstlerinnen wie VHS-Dozentin Anja Lößel, deren Vater auch Künstler war, fand Klingel «sehr spannend und anregend.«
Den «letzten Tag als Diva« zeigte Csilla Wenczel an einer Schaufensterpuppe mit zerrissener Kleidung. «Gestern noch gefeiert, heute fallen gelassen«, sollte das gefilzte Kleid ausdrücken. Die Stoffkünstlerin verarbeitete auch Seide und andere Materialien. Bei der Modenschau am Tag darauf zeigte sie noch mehr Unikate. Wie Uschi Heubeck aus Kammerstein ihr «Design Recycling« - Kunst auf Kleidung.
Susanne Klamroth brachte «Mann und Frau in Verbindung« mit Speckstein. «Seit einem Jahr ist Speckstein meine Leidenschaft. Er gab mir erotische Motivation«, verriet die vielseitige Schöpferin passend zum Motto. «Es gefällt mir, körperliche mit geistiger Arbeit zu verbinden. Es ist ein sehr angenehmes Gefühl.« Die Krankenschwester und Mutter malt seit Jahren – ausgestellt hat sie unter anderem «Die moderne Frau« in Acryl.
Die «Fem(m)e fatal(e)« aus Pappmaché von Gitti Warnecke-Gebhard entstand binnen sechs Wochen - unschwer zu erkennen waren die verwendeten Seiten zurückliegender Ausgaben der Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung. «Mir ist während der Arbeit sofort die geteilte Frau in den Sinn gekommen: die Schöne und die Femme fatale.«
Geweihe mit spiegelnden Mosaiken, afrikanische Straußeneier und Tücher, nackte Frauen auf Seide, das Schnecken-Logo auf Postkarten, Schmuck, Teddybären und jede Menge Bilder gab es zu sehen.
Sabine Weigand bevorzugt die Farbe Rot in Roth: das Schloss, den Kugelbühlplatz. Rot waren auch die Strümpfe an der längsten Unterwäscheleine des Landkreises, und auch erotische Torten lachten die Besucher an. Nele Mints «Segelnde Lippen« aus Keramik schweiften in die Ferne. Die Autorin reizte es, ihre Gedichte, ihre Worte, «einmal anders umzusetzen«.
DORIS HOFMANN
Ihr Sohn Bastian und Freund Max hatten ebenfalls ihren Beitrag zur Erotik geleistet. Mit Krawattenschleifen oben ohne sammelten sie 250 Euro für die Erdbebenopfer in Haiti.
Eva-Maria Schuster, die auch durch die Ausstellung führte, betonte zum Abschluss, es gebe schon jede Menge Ideen für die nächsten «Frauenkulturtage« in zwei Jahren. |