SCHWABACH (rg) - Er soll den Pfarrer in pastoralen Fragen beraten und unterstützen. Er soll die Arbeit der Gemeinde lebendiger machen und gesellschaftliche Probleme aufgreifen. Er soll fördern, initiieren und zusammenführen. In der katholischen Kirche ist der Pfarrgemeinderat das wichtigste Laiengremium. Am Sonntag wurde neu gewählt. Alleine im Bistum Eichstätt waren knapp 367000 Katholiken aufgerufen, ihre Stimme abzugeben, im Dekanat Schwabach waren es 35205. Doch nur ein Bruchteil hat von seinem Wahlrecht Gebraucht gemacht: diözesanweit 18,8 Prozent, dekanatweit 11,7 Prozent.
Auf diesen Negativ-Rekord innerhalb des Dekanats hätte man in der größten katholischen Pfarrei des Dekanats Schwabach gerne verzichtet. Nur 5,5 Prozent der Katholiken aus der Schwabacher Pfarrei St. Sebald haben sich am Sonntag an den Pfarrgemeinderatswahlen beteiligt: 415 von 7479. Dabei hatten sie so viel Auswahl wie sonst in kaum einer anderen Gemeinde. Immerhin 23 Frauen und Männer hatten sich nominieren lassen, 14 freie Plätze standen zur Verfügung.
Das Rennen machten Kriemhild Thürauf, Rupert Mayer, Martina Kastler, Claudia Luxenburger, Elisabeth Ziegler, Georg Brigl, Petra Novotny, Alfons Seitz, Waltraud Rissmann, Martin Jäger, Fabian Mayer, Christian Rodenbücher, Jonathan Jäger und Barbara Kugler. Hinzu kommen fünf amtliche Mitglieder: Domkapitular Alois Ehrl, Kirchenrektor Georg Heinloth, Kaplan Ulrich Flashar, Diakon Alois Vieracker und ein Praktikant (derzeit Marco Schneider). Immerhin: Vier der Gewählten sind noch keine 21 Jahre alt. Neuer Schwung also für das Laiengremium.
Dass es, was die Beteiligung angeht, auch anders geht, beweisen Pfarreien in der Nachbarschaft. Theilenberg (37,9 Prozent) und Großweingarten (35,2 Prozent) stehen weit an der Spitze im Dekanat Schwabach. Aber auch Röttenbach (21,9), Spalt (19,6) und Abenberg (17,5) liegen weit über dem Schnitt. Und die Botschaft, dass große Pfarreien von vorneherein eine niedrigere durchschnittliche Wahlbeteiligung haben, stimmt nur bedingt. Aus Roth, nach St. Sebald die zweitgrößte Pfarrei des Dekanats mit über 6000 Wahlberechtigten, werden immerhin 16,9 Prozent gemeldet.
Schwabachs zweite katholische Pfarrei St. Peter und Paul verbuchte am Sonntag eine Beteiligung von 9,5 Prozent. 251 der 2655 Katholiken machten ihre Kreuzchen. Gabriele Gottfried (188 Stimmen), Johannes Bienert (178), Heidi Hartung (173), Christine Panni (153), Dr. Ansgar Ehrlich (150), Gertrud Mitzka (145), Marion Steinert (130), Horst Lang (125), Christine Götz (116) und Günther Marci (114) wurden gewählt. Hinzu kommen die amtlichen Mitglieder Pfarrer Jürgen Vogt und Stadtrat Emil Heinlein. Drei weitere Mitglieder werden durch Pfarrer Jürgen Vogt noch berufen. Mit der erst 16-jährigen Marion Steinert wird auch die Jugend in der Pfarrgemeinde vertreten.
Ergebnisse aus dem Landkreis
In der katholischen Pfarrei Rednitzhembach/Schwanstetten hat der jüngste Kandidat sogar die meisten Stimmen erhalten. Robert Fischer aus Rednitzhembach ist erst 19 Jahre alt, Schüler am Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium und in der Pfarrei seit Jahren als Ministrant und in der Jugendarbeit aktiv. Das schlug sich jetzt in seinem Wahlergebnis nieder.
Insgesamt beteiligten sich 443 der 3907 Wahlberechtigten an der Wahl. Das entspricht einer Quote von 11,3 Prozent. Für Rednitzhembach wurden gewählt in der Reihenfolge der erhaltenen Stimmen: Robert Fischer (299), Wolfgang Schreiber (291), Angelika Windisch (244), Christof Pickart (229), Miriam Wittmann (228), Waltraud Westhoven (178). Für Schwanstetten wurden gewählt: Anton Regler (272), Paul Barth (259), Hildegard Schleithoff (211), Gudrun Köhn (209), Karl-Heinz Kotissek (192), Monika Reisenhauer (188) - wegen Stimmengleichheit mit Petra Engelhardt gab es eine Losentscheidung zu Gunsten von Monika Reisenhauer - Petra Engelhardt ist somit erste Nachfolgekandidatin.
Geborene Mitglieder des Pfarrgemeinderates sind Pfarrer Georg Brenner, Diakon Johannes Weiss und Gemeindereferent Michael Fass. Nach Anhörung des neuen Pfarrgemeinderates kann Pfarrer Georg Brenner bis zu vier weitere Personen in den Pfarrgemeinderat berufen, wie z.B. Vertreter der Kirchenverwaltung und der Kindergärten.
Gewohnt gut war die Wahlbeteiligung im seit jeher katholisch geprägten Abenberg. 17,5 Prozent der 2483 Katholiken beteiligten sich am Sonntag an der Pfarrgemeinderatswahl. Gewählt wurden Otto Ehard, Margit Scheidel, Maria Köppel, Claudia Leikam, Birgit Wechsler, Norbert Holzschuh, Herbert Watzl, Daniel Schütz, Franz Bachmann und Sekunda Geißel.
Die katholische Herz-Jesu-Gemeinde Büchenbach ist mit 1596 Wahlberechtigten vergleichsweise klein. 9,8 Prozent davon beteiligten sich an der Pfarrgemeinderatswahl. Gewählt wurden Norbert Vasold, Vera Krug, Dietmar Schmoll, Johanna Krügler, Inge Heinz, Karina Schmoll, Jürgen Klieber, Daniel Plaschke, Ursula Förtsch und Ute Schmähl.
Keine echte Wahl gab es in der katholischen Gemeinde Wendelstein. Denn es gab nur exakt so viele Kandidaten wie Posten zu vergeben waren, nämlich zwölf. Günther Gier, Brigitte Gotthard-Paulus, Arnold Kaminski, Dr. Annegret Langenhorst, Dorothea Volta, Martin Junglas, Stephan Malter, Melisande Rothgerber und Siglinde Dürr standen schon im Vorfeld als neue Pfarrgemeinderäte fest. Vielleicht lässt sich dadurch die bescheidene Wahlbeteiligung erklären. Nur 188 der 3432 wahlberechtigten Katholiken ab 14 Jahren machten mit. Das entspricht, und damit schließt sich der Kreis zu St. Sebald in Schwabach, einer Quote von 5,5 Prozent.
Insgesamt fällt auf, dass sich in den Pfarrgemeinderäten mittlerweile mehr Frauen als Männer engagieren. Das Dekanat Schwabach schwimmt hier mit dem Strom. 126 Pfarrgemeinderäte (von insgesamt 138) waren bis gestern Mittag namentlich bekannt. 66 davon waren Frauen, 60 Männer.
Robert Gerner |