WEISSENBURG (rr) – 70 Pakete mit Hilfsgütern sowie elf Rollstühle, fünf Pflegerollstühle, sechs Rollatoren, 50 Paar Krücken und 20 Infusionsständer, zehn Seifenspender sowie sechs Kartons voller Zubehör sind von Weißenburg aus jetzt auf die Reise in die Ukraine gegangen. Der Verein »Hilfe für die Ukraine» hatte einmal mehr zu einer Paketaktion aufgerufen. Und diese wurde erneut zu einem schönen Erfolg.
Wie seit Jahren sollen Hilfspakete aus Weißenburg und Umgebung zur Osterzeit bedürftigen Familien in der Region um die ukrainische Stadt Lviv (Lemberg) zu Ostern Freude bringen. Die 70 Pakete wurden bei der Sammelaktion im Wirtschaftshof der Weißenburger Kreisklinik abgegeben, allesamt gefüllt mit haltbaren Lebensmitteln, Medikamenten, Hygieneartikeln, Schulbedarf, Spielsachen, Kleidungsstücken und vielem mehr.
Mitglieder des Vereins nahmen die Pakete entgegen, erledigten die Formalitäten, die für die Hilfssendungen in die Ukraine nötig sind und machten die Pakete versandfertig. Tags darauf wurden die Hilfsgüter zusammen mit den Rollstühlen, Krücken, Infusionsständern und anderen medizinischen Geräten nach München transportiert, von wo aus sie in die Ukraine befördert werden. Alles in allem werden die Waren rund vier Wochen unterwegs sein.
Die Geräte gehen an die psychiatrisch-neurologische Kreiskinderklinik in Lemberg. Diese finanziell und materiell zu unterstützen ist das neueste Projekt des Weißenburger Fördervereins »Hilfe für die Ukraine». »Das Krankenhaus ist im baulichen Zustand der 50er- und 60er-Jahre», schilderte Vereinsvorsitzende Melitta Heuberger am Rande der Paketaktion.
Die alten Gitterbettgestelle aus Eisen seien wackelig und verrostet. Und die an sich schon sehr einfache Einrichtung sei insgesamt in einem schlechten Zustand. Es gebe fünf Zimmer, die mit bis zu acht Kindern belegt sind, sowie einen größeren Saal für die kleinen Kinder, in dem 14 Betten stehen.
Noch in diesem Monat wird eine Delegation des Vereins nach Lemberg fahren, sich vor Ort umschauen und Einrichtungsgegenstände anschaffen, darunter Kühlschränke und Gasherde für die Küche. Letztere sei überhaupt spärlich und veraltet ausgestattet, sagt Heuberger.
Der Kontakt zu der Klinik kam über Olga Kusik zustande. Deren Name ist untrennbar mit der Weißenburger Ukrainehilfe verbunden – und zwar auf tragische Weise. Ihre Tochter Lilja war eines jener tschernobylgeschädigten Kinder, deren Ferienaufenthalt im Weißenburger Land der Verein über Jahre hinweg ermöglicht hat. Das lebensfrohe Mädchen allerdings verunglückte bei einem Badeunfall in den 1990er-Jahren am Brombachsee und starb kurze Zeit später in ihrer Heimat. »Mit Olga haben wir eine absolut zuverlässige Ansprechpartnerin in der Kinderklinik, die uns gerne hilft», sagt Melitta Heuberger, die selbst aus der Ukraine stammt. |