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SCHWABACH (gw) - Franz Grau wollte mit der guten Nachricht beginnen: »Die Benutzerzahlen sinken nicht», betonte der Leiter der Schwabacher Stadtbibliothek und schob die schlechte hinterher: »Was leider auf der schiefen Ebene ist, das ist die Finanzierung.» Stadtkämmerer Richard Schwager sieht das anders. Ergebnis der Debatte im Kulturausschuss: Mehr Geld gibt es angesichts der krisenhaften Haushaltslage nicht.
Die Zahl der Nutzer ist von 2008 auf 2009 leicht gestiegen: von 3122 auf 3215. Dennoch gingen die Ausleihen leicht um 0,6 Prozent auf 123 136 zurück. Angestiegen um beachtliche 11,6 Prozent ist die Ausleihe der Jugendbücher. Hier wurde auch der Bücherbestand am kräftigsten aufgestockt: auf 8289.
Das entspricht einer Steigerung um 6,5 Prozent. Der Gesamtbestand - einschließlich aller Medien wie CD und DVD - wuchs um 3,4 Prozent auf 40 956. Deutlich veraltet ist inzwischen der Sachbuchbereich, so Franz Grau. Der Grund: Für Neuanschaffungen stehen pro Jahr nur 19 000 Euro zur Verfügung.
Platz sechs - von hinten
»Das sind 46 Cent pro Einwohner», rechnete Grau den Stadträten vor. Zum Vergleich: In Erlangen seien es 1,71 Euro, in Wendelstein 1,39, in Fürth immerhin noch 99 Cent. Unter den 73 Büchereien in Mittelfranken liege Schwabach auf dem sechsten Platz - von hinten.
Bei den Stadträten fand Franz Grau für seine Klage durchaus Verständnis. »Das ist ein erschreckend niedriger Medienetat. Da muss man sich ja genieren», sagte Dr. Sabine Weigand (Grüne). »Ich weiß, wir haben Krise. Aber wenn wieder Licht am Horizont ist, sollten wir erhöhen.»
Auch Evi Grau-Karg (SPD) fand klare Worte: »Das ist wohl eine Witznummer. Zumindest bei den Jugendbüchern sollte man keinesfalls sparen.»
»Es geht ums letzte Hemd»
Stadtkämmerer Richard Schwager wies die Kritik dagegen zurück: »Die Stadt legt jedes Jahr 470 000 Euro für die Stadtbibliothek aus. Das ist das Gegenteil von Unterfinanzierung.» Zwar sei der Etat für neue Bücher »nicht üppig». Doch zu Buche schlagen vor allem Personalkosten.
Schwager weiter: »Angesichts der Krise geht es für die Kommunen um das letzte Hemd, da kann man froh sein, wenn man den Status Quo hält.» |