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»Endlich regendichte Fenster»

Startschuss für das Konjunkturprogramm II

 Startschuss für das Konjunkturprogramm II
Foto: Fengler
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Nürnbergs Handwerker werden in den kommenden Monaten viel zu tun haben: Gestern fiel im Dürer-Gymnasium der Startschuss für die 15 Projekte, die die WBG Kommunal GmbH für die Stadt durchführt. Die meisten Vorhaben sollen noch im Laufe dieses Jahres fertiggestellt werden.

Genaugenommen war es mehr ein Startschlag als ein Startschuss. Oberbürgermeister Ulrich Maly und Mittelfrankens Regierungspräsident Thomas Bauer nahmen selbst den Hammer in die Hand und schlugen einen eigens dafür präparierten Fensterrahmen aus der Verankerung.

Symbolträchtig ist dieser Schlag auch deshalb, weil die Durchführung der Projekte im Rahmen des Konjunkturprogramms II ein wahrer Kraftakt wird. Immerhin müssen bis Ende 2011 die 15 Sanierungsvorhaben nicht nur abgeschlossen, sondern auch schlussgerechnet sein: »Wir müssten eigentlich schon die Rechnung schreiben, bevor wir überhaupt anfangen zu bauen», scherzte Maly.

Damit die Kommune diese Herausforderung bewältigen kann, hatte die WBG Nürnberg im vergangenen Jahr das Tochterunternehmen WBG Kommunal gegründet (die NZ berichtete). Geschäftsführer Herbert Kümmerl zeigte sich zuversichtlich, diese Herausforderung zu meistern. Man habe das Dürer-Gymnasium als Treffpunkt gewählt, weil es »das größte und aufwendigste Projekt darstellt», so Kümmerl. Decken und Dach bekommen eine neue Dämmung, Beleuchtung und Fenster werden ausgetauscht und die Bodenbeläge erneuert.

Schulleiter Walter Hauenstein betonte zunächst, wie froh man über die energetische Sanierung und die neue Turnhalle – die allerdings nicht Teil des Konjunkturprogramms ist – sei. »Erst die Krise hat die Gelder möglich gemacht, um die wir die Stadt schon seit Jahrzehnten bitten.» So lange habe man nämlich schon neue Fenster gewollt. »Für mich als kleiner Schulleiter hatten Gelder der Stadt immer etwas Sakrales, um das man stetig bitten musste.»

Es sei für ihn ein ganz neues Bauherrengefühl gewesen, als sich der Vorstand der WBG bei ihm erkundigt habe, was er sich wünsche. »Ich war platt.» Nun freue er sich schon auf die »Après-Bauphase, wenn wir endlich regendichte Fenster und Sonnenrollos haben».

Aus dem Konjunkturprogramm II fließen 42 Millionen Euro nach Nürnberg. 25,4 Millionen gehen dabei an die Kommune, der Rest an Kitas, Kindergärten und Schulen kirchlicher und privater Träger. Mit den 24,5 Millionen Euro führt die Stadt Nürnberg 25 Projekte durch, von denen 10 das Hochbauamt und 15 die WBG Kommunal übernimmt. Das Investitionsvolumen beträgt rund 33,9 Millionen Euro. Die Differenz von 9,4 Millionen trägt die Kommune selbst. Bauer lobte die Stadt dafür, dass sie sich »ihrer Verantwortung als öffentlicher Auftraggeber trotz Krise stellt».

Laut Maly gehen die Aufträge größtenteils an Handwerksbetriebe und schaffen so Arbeitsplätze. Doch trotz aller positiven Wirkung: Lieber als die zweckgebundenen Mittel wären Maly kommunale Konsumschecks gewesen. »Es war oft schwer, den Schulleitern und Schülern zu vermitteln, dass sie neue Fenster bekommen, obwohl Klos nötiger wären.» So habe man einige Maßnahmen aus eigener Kasse bezahlt, »aber damit konnten wir nicht alles auffangen. Man hätte den Kommunen durchaus zutrauen können, dass sie selbst wissen, wo das Geld am nötigsten gebraucht wird.»

Stephanie Siebert
10.3.2010
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