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ANSBACH - Ein Osterfest ohne Lamm? Unvorstellbar – zumindest für diejenigen, für die die Tradition nicht mit dem Eiersuchen im Garten endet. Wer dabei auch noch zu regionalem Fleisch greift, sorgt dabei nicht nur für ein feines Festessen, welches sich mager und mit feiner Note zwischen Schokolade und Kuchen geradezu aufdrängt, sondern tut auch etwas für den Umweltschutz. Denn längst muss man nicht mehr zu ausländischer Ware greifen, die zum Teil weite Wege hinter sich gebracht hat.
Mit weit über 400 000 Schafen ist Bayern das schafreichste Land Deutschlands. Einige der 35 verschiedenen Schafrassen gelten dabei als besonders selten und vom Aussterben bedroht. Inzwischen werden in Bayern jährlich über 200 000 heimische Lämmer vermarktet, wobei der Bayer im Durchschnitt ein Kilo im Jahr davon verzehrt. Dabei sorgen inzwischen einige heimische Qualitätsmarken dafür, dass man stets weiß, was man hat: etwa das »Altmühltaler Lamm», das »Juradistl-Lamm» das »Rhön-Lamm» oder etwa das »Frankenhöhe-Lamm».
Beinahe ganzjährig treiben Schäfer allein zwischen Ansbach, Rothenburg o.d.Tauber, Bad Windsheim und Neustadt a.d. Aisch ihre Herden durch den kräuterreichen Naturpark Frankenhöhe und lassen sie dort weiden. »Wobei das Lammfleisch am Ende eigentlich nur ein angenehmes Qualitätsprodukt ist», wie Eva Schmid vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken in Ansbach sagt. Denn im Vordergrund der Weidewirtschaft steht hier die Landschaftspflege: Denn die Schafe sorgen für den Erhalt eines artenreichen Biotops auf den nährstoffarmen Magerrasen. Hier leben besondere Schmetterlinge wie der Schwalbenschwanz oder besondere Pflanzen, wie Orchideen und Enzian.
Mediterrane Kräuter vom Hang
Aber auch Salbei und Thymian finden ihren Lebensraum auf den sehr selektiv »gemähten» Weiden. »Lämmer mögen nun mal nicht alles, und davon profitieren wiederum andere Tiere», sagt Eva Schmid. Auf der anderen Seite würden die zum Teil steilen Hänge in kürzester Zeit von Büschen und Bäumen bewuchert werden, würden die 22 Schäfer nicht ihr Vieh dort weiden lassen.
16 von ihnen haben sich vor zehn Jahren mit Gastronomen und Metzgern zum regionalen Bündnis »Frankenhöhe-Lamm» zusammengeschlossen und vermarkten auf diese Weise das zarte Fleisch. Seitdem garantiert das Schmetterlingslogo dem Verbraucher nicht nur Regionalität, sondern auch eine Weidewirtschaft, die ohne Dünger oder Pestizide auskommt. Ganz zu schweigen davon, dass die Tiere artgerecht gehalten werden und nicht aus Industriebetrieben stammen, wo die Tiere lediglich in Ställen gehalten und gemästet werden. »Die Böden sind aber auch völlig unbelastet, weil die extreme Lage und Beschaffenheit eine andere Bewirtschaftung immer ausgeschlossen hat», erklärt Eva Schmid den Umstand der sauberen Böden. Eine saubere Sache bleibt das Lamm auch wegen der kurzen Wege, die es vom Erzeuger, zum Metzger und schließlich zum Verbraucher zurücklegt.
Inzwischen gibt es das Frankenhöher-Lamm auch in Nürnberg und Erlangen zu kaufen. Und so kann man auch hier davon ausgehen, dass das Fleisch besonders zart ist. Denn anders als herkömmliche Lämmer dürfen die Frankenhöher nicht zwölf Monate, sondern lediglich sechs Monate alt werden.
Im Rahmen der Aktionswochen »Frankenhöhe-Lamm» wird das heimische Lammfleisch vom 12. März bis 11. April wieder vermehrt angeboten. Eine Liste der sich beteiligenden Betriebe im Internet unter: www.lpv-mfr.de/html/frankenhoehelamm.htm
Irini Paul |