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NÜRNBERG - Doch die Zukunft verspricht leiser zu werden - Elektroroller können der 50-Kubikmeter-Variante mittlerweile das Wasser reichen.
Er schnurrt wie ein Kätzchen, wenn er vorbeifährt. Dabei hat der Elektroroller der Firma »e-max« mit dem niedlichen Tier überhaupt nichts zu tun. Mehr als ein leises Surren ist nicht zu hören - ein Traum für alle lärmgeplagten Anwohner in den Großstädten.
Dass im Jahr 2020 etwa eine Million Elektrofahrzeuge auf den deutschen Straßen unterwegs sind, lautet ein Ziel. Der Druck des Klimawandels fordert Bundesregierung und Automobilhersteller zum Umdenken auf. »Dabei können die Energieversorger nur die Infrastruktur wie zum Beispiel Stromtankstellen oder Ökostrom bereitstellen«, erläutert Nina Bräuer, Projektleiterin Elektromobilität bei der N-Ergie in Nürnberg.
Politik muss Weichen stellen
Ein Elektrofahrzeug, das emissionsfreien Strom wie Ökostrom tankt, fährt nämlich auch CO2-frei, weiß Bräuer. »Und selbst wenn kein grüner Strom aus der Steckdose kommt, ist die CO2-Bilanz im Vergleich weniger belastet als bei einem herkömmlichen Verbrennungsmotor.«
Damit die Bürger auf emissionsfreie Fahrzeuge umstellen, sind auch Politik und Automobilindustrie gefragt. »Es ist wichtig, dass die Politik die Weichen stellt. Das geht beispielsweise durch Zuschüsse oder Steuervorteile. Zudem muss die Fahrzeugindustrie noch mehr in Richtung Batterietechnik forschen.«
N-Ergie sucht Testfahrer
Um aber herauszufinden, wie zum Beispiel das Tankverhalten eines E-Roller-Fahrers ist, sucht die N-Ergie momentan Testfahrer. Der Energieversorger möchte Rückschlüsse ziehen, wo die Testfahrer lieber tanken: an der Steckdose zu Hause oder an einer Stromtankstelle im Stadtgebiet. Außerdem sollen die Tester Einschätzungen für die Zukunft der Elektromobilität abgeben.
Das batteriebetriebene Fahrzeug ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. In den 1940er Jahren gab es schon Elektroautos, und vor etwa 20 Jahren boomte dieser Markt bereits einmal, erzählt Martin Költsch, Fuhrparkleiter bei der N-Ergie. »Damals wurde der Golf Citystromer für rund 70.000 Mark stark gefördert. Das Thema geriet jedoch wieder in Vergessenheit.«
Problem: Das Gewicht der Batterie
Probleme bereiten vor allem das Gewicht der Batterie, die geringe Reichweite und die hohen Kosten. Die leichteren Lithium-Ionen-Batterien seien noch nicht so ausgereift und zudem sehr teuer. Auf dem Gebiet müsse noch weitergeforscht werden, meint Költsch.
Mit Hybrid-Fahrzeugen gehen die Autohersteller schon in die richtige Richtung. Für Langstrecken wird der Verbrennungsmotor genutzt, und im Stadtbereich kann man auf den Elektromotor umschalten. Hochpreisige Fahrzeuge wie die S-Klasse von Mercedes oder der Audi A8 sind bereits mit Elektromotoren erhältlich, so Költsch. »München und Berlin sind Pilotregionen, wo BMW-Minis und Smarts mit Elektromotoren zu Testzwecken vermietet werden«, weiß der Fuhrparkleiter.
Die e-max-Elektroroller, die die N-Ergie an die Testpersonen abgibt, sind mit 3000 Euro relativ preisgünstig, weil sie eine schwere Silicon-Batterie enthalten. »Mit einer Lithium-Ionen-Batterie würde der Roller aber auf bis zu 8000 Euro kommen«, sagt Költsch.
Verbrauch ist konkurrenzlos
Und wie ist das Fahrgefühl mit dem Elektroroller? Natürlich ähnlich wie mit dem benzinbetriebenen Artgenossen, der mit 45 km/h auch steuerfrei und mit kleinem Versicherungskennzeichen zugelassen wird. Nur ist der »e-max« mit seinen stolzen 150 Kilogramm etwas gewichtiger. Er muss auch schon nach ungefähr 50 Kilometern wieder an die Steckdose. Der Verbrauch auf 100 Kilometern ist dafür konkurrenzlos. Mit 50 Cent wird der Geldbeutel kaum belastet.
Stefanie Göbel |