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LOKALMELDUNGEN - FORCHHEIM UND UMLAND  

Mehr Geld für Spielplätze heimgeschaukelt

Ringen um jede Position im Haushalt 2010: Gartenamt stehen doch wie versprochen 45 000 Euro zur Verfügung
 Mehr Geld für Spielplätze heimgeschaukelt
Foto: Meyer
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Irgendwann wird selbst dieser Winter vorbei sein. Dann wird vielen Eltern wieder ein Thema offenbar, das bereits im Hauptausschuss des Stadtrates für Entsetzen gesorgt hat: Viele Kinderspielplätze der Stadt sind in einem desolaten Zustand. Doch in den Haushaltsberatungen sollte ausgerechnet das versprochene zusätzliche Geld gekürzt werden.

FORCHHEIM - Seit Jahren müssen Gartenamtsleiter Herbert Fuchs und seine Leute mit kargen 15 000 Euro pro Jahr für den Unterhalt von Bolz- und Spielplätzen auskommen. Davon gibt es stolze 66 im Stadtgebiet Forchheims. Viel zu wenig, klagte Fuchs im Hauptausschuss vergangenes Jahr. Er hatte eine Sammlung von Fotos maroder Spielgeräte mitgebracht. Das führte zum gewünschten Ergebnis: Für 2010 versprachen die Stadträte und Stadträtinnen einstimmig 45 000 Euro zu gewähren. Eine Verdreifachung.

Pate für Kürzung?

Sechs Monate später sollten es aber nur noch 35 000 Euro sein. 10 000 Euro pauschal gekürzt wegen der angespannten Finanzlage. Es war ein Kuriosum am Rande, dass ausgerechnet Udo Schönfelder (CSU) die Kürzung verteidigte. Er ist einer der neuen Spielplatzpaten und sonst strammer Fürsprecher für ein familienfreundliches Forchheim.

Das wunderte nicht nur Annette Prechtel (FGL), die sofort das Wort ergriff. Sie erinnerte an den Beschluss des Ausschusses. Stattdessen sollte lieber auf eine 8500 Euro teure Filmchronik der Stadt verzichtet werden. Die hatte Oberbürgermeister Franz Stumpf für 2010 im Alleingang in Auftrag gegeben. Sie soll für spätere Generationen archiviert werden.

Sandreinigung von Profis

Auch Ludwig Preusch (Freie Wähler) missfiel die Kürzung bei den Spielplätzen. Dieses Jahr plane die Stadt eine »professionelle Sandreinigung» durch eine Spezialfirma. »Da bleibt ja von den 35 000 Euro nichts übrig.» SPD-Stadtrat Günther Hammer empfand gar eine Art von Mitleid mit dem Gartenamtsleiter: »Wir streichen jedes Jahr das Budget von Herrn Fuchs zusammen. Das geht doch nicht.»

Spielplatz-Freund Schönfelder hatte sich derweil besonnen und im 161 Seiten dicken Haushalt geblättert – und war fündig geworden. Auf den Stumpfschen Dauereinwurf (»Dann sagen’s mir, wo wir sonst streichen sollen») hatte er nun eine Antwort: Die Öffentlichkeitsarbeit des Sozialprojektes Soziale Stadt kann beschnitten werden.

»Das wird sichtbar werden»

Somit kann das Gartenamt dieses Jahr doch noch 45 000 Euro ausgeben. Damit wird nicht nur der dreckigste Sand (Augraben, Käsröthe) gesäubert; zudem können kaputte Spielgeräte repariert werden. »Mit dieser Summe kommen wir gut zurecht. Das wird für die Bürger sichtbar werden», sagte Fuchs gegenüber den NN. Unberührt blieb bei den Haushaltsberatungen der Posten, mit dem neue Spielgeräte angeschafft werden können. Hier stehen dem Gartenamt 80 000 Euro zur Verfügung. Der Spielplatz im Augraben wird dafür unter anderem neu ausgestattet.

Eine Kürzung musste das Gartenamt dennoch hinnehmen. Für Neuanpflanzungen gibt es 2010 rund 20 000 Euro weniger: Ein Einschnitt, den die Stadt laut Fuchs verschmerzen kann: »Dieses Jahr ist der lange Winter ein Problem. Wir wissen ja gar nicht, wann wir pflanzen können.»

Georg Körfgen
13.3.2010
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