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Umfrage: Amateure nicht einer Meinung mit van Gaal

Die Vorschläge zur Verbesserung des Fußballs von Bayern-Trainer Luis van Gaal finden die Amateure zum Teil gut
 Umfrage: Amateure nicht einer Meinung mit van Gaal
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Den besseren Namen hätte das »Gladiatorenspiel», das Bayern-Trainer Louis van Gaal anstelle des Elfmeter-Schießens fordert, zwar. Doch mit der Idee, dass alle paar Minuten Spieler jede Mannschaft verlassen müssen, so dass am Ende nur noch sechs-gegen-sechs spielen, steht Louis van Gaal zumindest im hiesigen Fußballkreis alleine da. Vorschläge, wie man den Fußball noch attraktiver gestalten kann, gibt es mittlerweile viele - nicht nur die, die der Bayern-Trainer im kicker jüngst vorstellte. Ob das aber – vor allem im Amateurbereich - überhaupt nötig sei, fragen die meisten. Wir haben uns umgehört im Fußballkreis, wie van Gaals Vorschläge bei den Amateurfußballern, den Trainern, dem Kreisspielleiter und bei den Unparteiischen ankommen.


Max Habermann, Kreisspielleiter Erlangen/Pegnitzgrund:

Weg mit den Linienrichtern, her mit dem zweiten Schiedsrichter: Finde ich nicht gut; zwei Schiedsrichter haben immer auch zwei verschiedene Auffassungen von Situationen. Also würde diese Änderung unter dem Strich keinerlei Verbesserung bringen. Schafft man für den zweiten Schiri auch noch die Linienrichter ab, gäbe es fortan noch mehr Diskussionen bei Abseitsentscheidungen.

Weg mit dem Einwurf, her mit dem Einschuss: Damit könnte ich mich anfreunden. Da wäre sicher viel mehr los in den Strafräumen, wenn schon »Einstöße» von der Mittellinie vors Tor getreten werden könnten. Es wäre sicher mehr »Action» im Spiel.

Weg mit dem passiven Abseits, her mit der Video-Technik: Die Videotechnik ist auf Amateurbasis sicher nicht finanzierbar. Das passive Abseits abzuschaffen wurde ja schon öfters diskutiert. Für die Schiedsrichter wäre es eine Erleichterung, für die Zuschauer insgesamt verständlicher. Die Frage wäre, ob Spieler das wollen.

Weg mit dem Elfmeter-Schießen, her mit dem Gladiatorenspiel: Das hätte ja mit Fußball nichts mehr zu tun. Erst gab es das Losverfahren – ein reines Glücksspiel! Dann kam das Elfmeter-Schießen, das ich gut finde. Hier sind die Chancen gleich verteilt, die Entscheidung liegt auf den Rücken von fünf Spielern, es hängt nicht nur von einem allein ab.

Eigener Vorschlag: Es gibt viele gute Vorschläge von den Vereinen wie das Gastspielrecht oder die Rückwechselregel. Das werden wir am Kreistag diskutieren – vielleicht wird es bald ein paar Neuerungen geben.

Sinan Tosun (Stürmer des TKV Forchheim):
Weg mit den Linienrichtern, her mit dem zweiten Schiedsrichter: Ich glaube nicht, dass die Entscheidungen mit zwei Schiedsrichtern besser würden. Man sieht doch international schon, dass es nichts bringt, wenn sechs Unparteiische agieren. Meiner Meinung nach reicht ein Schiedsrichter.

Weg mit dem Einwurf, her mit dem Einschuss: Finde ich auch nicht gut. Zwar gäbe es sicher mehr Torchancen, aber andererseits ist ein Einschuss einem Freistoß zu ähnlich. Und den gibt es nur bei einem Regelverstoß. Denn Ball ins Aus zu spielen ist aber kein Regelverstoß.

Weg mit dem passiven Abseits, her mit der Video-Technik: Als Stürmer ist das passive Abseits gut, weil man besser lauern kann. Andererseits schafft es Verwirrung. Mein Tipp: Einfach so lassen, wie es ist!

Weg mit dem Elfmeter-Schießen, her mit dem Gladiatorenspiel: Elfmeter-Schießen ist geil – nur der Torwart steht vor dir. Beim Gladiatorenspiel läuft man sich doch nur zu Tode, wenn es sechs-gegen-sechs geht.

Eigener Vorschlag: Man müsste mehr auswechseln können. Es sollte nicht mehr sein, dass Spieler, die auf der Bank sitzen, gar nicht zum Einsatz kommen.

Norbert Hoffmann (Trainer des SV Buckenhofen):
Weg mit den Linienrichtern, her mit dem zweiten Schiedsrichter: Ich frage ich mich wie das funktionieren soll? Es wäre unmöglich, dass beide ständig auf Ballhöhe bleiben. Ich glaube, das funktioniert nicht.

Weg mit dem Einwurf, her mit dem Einschuss: Das wäre kurios. Vielleicht ist es aber gar nicht schlecht? Das kann ich mir schlecht vorstellen, man müsste es mal testen. Dann könnte ich sagen: Ist gut – oder taugt nichts.

Weg mit dem passiven Abseits, her mit der Video-Technik: Passives Abseits gehört endlich abgeschafft. Ganz so wie vorher sollte es aber auch nicht sein; es müssen spezielle Regelungen zum Beispiel für den Torschuss, oder im 16 Meterraum entstehen. Aber so wie bisher schafft es nur Verwirrung, auch bei den Schiedsrichtern. Einer pfeift es so, ein Anderer pfeift es so...

Weg mit dem Elfmeter-Schießen, her mit dem Gladiatorenspiel: Weniger Spieler statt Elfmeterschießens ist nicht mein Fall. Das sollte so bleiben, wie es ist.

Eigener Vorschlag: Meiner Meinung nach gehört ein Torrichter eingeführt. Wie oft erleben wir es, dass reguläre Tore nicht zählen und Bälle, die vor der Linie aufspringen, als Treffer gewertet werden...

Carina Ebenhack (Mittelfeldspielerin des TSV Brand):Weg mit den Linienrichtern, her mit dem zweiten Schiedsrichter: Das halte ich für keine gute Idee. Zwei Schiris sehen vielleicht Fouls besser, weil sie näher dran sind – aber Abseits können sicher Linienrichter besser erkennen.

Weg mit dem Einwurf, her mit dem Einschuss: Diese Idee finde ich genial! Fortan würde es sich jede Mannschaft zweimal überlegen, ob sie den Ball ins Aus spielt. Alternativ könnte man den Einwurf beibehalten, aber revolutionieren. Zum Beispiel, in dem jeder so einwerfen dürfte, wie er mag. Dann würde das Spiel auch attraktiver.

Weg mit dem passiven Abseits, her mit der Video-Technik: Ja, passives Abseits gehört abgeschafft. Das macht es den Schiris immer schwer. Aber es ist einfach verwirrend.

Weg mit dem Elfmeter-Schießen, her mit dem Gladiatorenspiel: Da bin ich absolut dagegen. Durch Elfmeter-Schießen ist eine Entscheidung schneller erreicht. Zudem würden wir uns ja alle die Lunge aus dem Leib rennen, wenn irgendwann sechs-gegen-sechs spielen. Elfmeter-Schießen ist auch attraktiver zum Zuschauen.

Eigener Vorschlag: Spieler, die ausgewechselt wurden, sollten wieder eingewechselt werden können.

Matthias Kauschke, Bezirksliga-Schiedsrichter aus Poxdorf:
Weg mit den Linienrichtern, her mit dem zweiten Schiedsrichter: Nein, davon halte ich gar nichts. Fußball wird nicht erst seit drei Jahren mit einem Haupt- und zwei Assistenzschiedsrichtern gespielt, das hat sich schon lange Zeit bewährt. Für mich gibt es keinen Grund, das jetzt zu ändern.

Weg mit dem Einwurf, her mit dem Einschuss: Das ist eine Überlegung, über die sich diskutieren ließe. Vorteile hätte das sicher für die Mannschaft, die Einwurf – oder in diesem Fall: »Einkick» – hätte. Das Spiel würde sicher attraktiver werden, viel mehr Torszenen entstehen.

Weg mit dem passiven Abseits, her mit der Video-Technik: Früher war ja alles, was Abseits war, strafbar. Auch wenn ein Spieler aufs Tor schoss – und an der Eckfahne ein Mitspieler stand. Da war das passive Abseits schon ein Schritt in die richtige Richtung, aber optimal ist es auch noch nicht. Es muss klarer werden, wer wann im Abseits steht, auch für uns Schiedsrichter. Ich gebe offen zu: Das ist für uns teilweise schwierig zu entscheiden.

Weg mit dem Elfmeter-Schießen, her mit dem Gladiatorenspiel: Von dem Gladiatorenspiel halte ich nichts. Das hätte nichts mehr mit Fußball zu tun. Elfmeter-Schießen ist eine gute Regelung, die sollte man beibehalten.

Eigener Vorschlag: Speziell für Schiedsrichter sehe ich keinen Änderungsbedarf. Vielleicht aber für Trainer: Wäre es nicht gut, wenn man pro Halbzeit eine einminütige Auszeit zur Verfügung hätte?

Umfrage: CHRISTOPH BENESCH
13.3.2010
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