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HAUSEN - Abofallen, Spielsucht, Verlust der Privatsphäre – im Internet lauern viele Gefahren, besonders für Kinder und Jugendliche. Um Eltern aufzuklären, hat der Kreisverband der Jungen Union einen Informationsabend zum Thema »Was macht mein Kind im Internet« veranstaltet.
Es klingelt an der Tür. Die Mutter öffnet, ein fremder Mann steht vor ihr. »Ich wollte Ihre Tochter mitnehmen«, sagt er freundlich. »Natürlich«, antwortet die Mutter und ruft ihre kleine Tochter. Hand in Hand gehen der Fremde und das Kind weg. Die Begebenheit ist eine Szene aus einem Werbespot für »klicksafe.de«, einer Initiative der Europäischen Union zur Sicherheit im Internet. Kaum haben Kind und Fremder das Haus verlassen, blendet der Spot auf schwarzen Hintergrund über. »Im normalen Leben würden Sie Ihr Kind doch auch schützen – warum nicht auch im Internet?«, heißt es dann.
Dass sich viele Eltern der Gefahren, die ihren Kindern im Netz drohen, nicht bewusst sind, das lässt sich beim Informationsabend der Jungen Union feststellen. Nur wenige Eltern sind der Einladung ins Bürgerhaus gefolgt. »Es ist ein Erziehungsproblem«, sagt Martin Walz aus Neunkirchen, der den Vortrag zusammen mit Fabian Wegmann aus Heroldsbach hält. Er hofft, dass zumindest die Anwesenden mit anderen Eltern über die Thematik sprechen.
Welche Rolle das Internet mittlerweilen beim Nachwuchs spielt, zeigt sich vor allem in den sozialen Netzwerken wie »Facebook« oder »SchülerVZ«: Rund drei Viertel aller Jugendlichen stellen dort Informationen zu ihren Hobbys und Vorlieben ein. Gut 60 Prozent laden Fotos hoch. »Mädchen sind nicht nur öfter im Netz – sie stellen auch mehr Bilder ein«, sagt FabianWegmann. Die Funktionsweise der Netzwerke demonstriert er anhand von Martin Walz‘ »Facebook«-Seite. Dort erfährt man, wo Walz arbeitet, mit welchen Nutzern er befreundet ist und wer ihm zum Geburtstag gratuliert hat. Sogar dass er bei der Bundestagswahl CSU gewählt hat, verrät er dort. »Man kann über den Martin also so gut wie alles erfahren«, fasst Wegmann zusammen. Gerade für Kinder, die unbedarft Persönliches wie die Adresse preisgeben, kann daraus eine Gefahr erwachsen.
Vor allem finanzielle Gefahren lauern bei Abofallen. Oft als Hausaufgabenhilfe im Netz getarnt, versprechen Seiten scheinbar gratis den Zugang zu Lösungen für Hausarbeiten. Lediglich seine Adresse müsse man angeben. »Das böse Erwachen kommt dann mit der Telefonrechnung – und zwar gesalzen«, sagt Fabian Wegmann. Denn wer erst einmal angemeldet ist, hat unbewusst ein Abo abgeschlossen, das mit oft mehreren hundert Euro zu Buche schlägt.
Mit Online-Rollenspielen verbindet sich eine andere Gefahr: Spielsucht. »Das große Suchtpotential, das von Spielen wie ´World of Warcraft` ausgeht, beruht vor allem auf der Angst des Nutzers, etwas zu verpassen«, erklärt Martin Walz. Anders als PC-Spiele auf der Festplatte laufe das Geschehen bei den Internet-Rollenspielen ständig weiter. Erschreckend sei, dass nur bei jedem Tausendsten »Warcraft« -Nutzer die Eltern von der integrierten Funktion, die Spielzeit zu begrenzen, Gebrauch machen würden. »Dabei sind klare Regeln, wie lange man spielen darf, sehr wichtig«, sagt Walz. MANUEL KUGLER |