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Wildes Parken ärgert die Bürger

Marktplatz oft mit Autos verstellt - Hauptstraße wächst - Winterdienst ungerecht
 Wildes Parken ärgert die Bürger
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Foto: Huber
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EBERMANNSTADT Ein dickes Lob gab es gleich zu Beginn der Bürgerversammlung in Ebermannstadt: »Wir sind hierher gezogen, weil es hier so schön ist«, verriet eine Frau, die mit zwei Begleiterinnen rein zufällig in die Veranstaltung im Gasthaus »Sonne« geraten war, Bürgermeister Franz Josef Kraus, der die restlichen 17 anwesenden Bürger alle persönlich und mit Namen begrüßte.

Die Bürgerversammlung glich also eher einem familiären Treffen: Nur 20 von rund 5000 Einwohnern des Hauptortes lauschten den Ausführungen von Bürgermeister Franz Josef Kraus. In den Außenorten sei die Besucher-Quote meist viel besser. Doch Kraus wertet das zurückhaltende Interesse der Bürger eher als Zustimmung zur aktuellen Stadtpolitik.

Kurz zählte der Bürgermeister dann auf, was im letzten Jahr alles erreicht worden sei: Von der 15-Millionen-Euro Sanierung der Volksschule, der Weiterentwicklung der Kinder- und Schülerbetreuung, dem Ausbau des Kanalsystems, der fortlaufenden Altstadtsanierung bis hin zur abgeschlossenen Dorferneuerung in Burggaillenreuth und Buckenreuth konnte er auf eine stolze Bilanz verweisen. »Vor allem um das Schulzentrum beneiden uns viele. Wir haben hier alle Schularten vor Ort«, betonte Kraus.

Dass diese Investitionen auch den Schuldenstand der Stadt enorm in die Höhe treibt, war an diesem Abend kein Thema. 2010 stehe vor allem die energetische Sanierung der Kläranlage an. Außerdem werde im Hasenbergzentrum in Ebermannstadt ein Blockheizkraftwerk gebaut und die Dorferneuerung in Windischgaillenreuth und Wolkenstein beginnt. Die Sanierung des Stadtteiles Breitenbach, deren Planung bereits angelaufen ist, »wird auch irgendwann kommen«, versicherte der Bürgermeister.

Mit der Aufforderung »Feuer frei für Fragen« stellte sich Kraus dann den Fragen der Bürger. Der Radweg in Richtung Forchheim höre bei Kirchehrenbach auf und man müsse mitten durch den Ort fahren, monierte eine Frau. SPD-Stadtrat Jürgen Pöhlmann, passionierter Radler, kennt die Situation im Nachbarort. Ein Lückenschluss sei dort nicht möglich, allerdings soll demnächst ein Überweg die Situation verbessern, erläuterte er.

»Die Hauptstraße wächst in die Höh«, klagte Karl Kraus, Cousin des Bürgermeisters. Der kennt die Probleme mit dem Pflaster: »Der Schneepflug lockert im Winter die Steine, der Kies geht nach unten und die Straße wächst langsam nach oben.« Die Stadt überlege bereits, wie man die Situation in Griff bekomme, denn »so können wir es nicht mehr machen, sonst ist die Hauptstraße bald kaputt«, sagte der Stadtchef.

Der Winterdienst beschäftigte die Anwesenden: Vor Grundstücken ohne Gehweg räume der Winterdienst die Straße, wer einen Gehweg vor seinem Haus hat, müsse selbst räumen. »Das ist doch eigentlich ungerecht«, stellte ein Mann fest. »Ja, das ist blöd, aber es gibt keine Lösung«, gestand der Bürgermeister. Die Stadt will eine Kehrmaschine anschaffen und die Kosten auf alle Bürger in der Stadt umlegen. 1,18 Euro kostet das jährlich pro laufenden Meter Gelände, das direkt an eine Straße angrenzt. »Wir kehren unsere Straße selbst«, sagten die meisten Anwesenden. Doch »Ausscheren geht nicht, entweder alle zahlen oder es gibt keine Kehrmaschine«, beschied der Bürgermeister.

Ob man nicht gegen das wilde Parken am Marktplatz etwas unternehmen könne, wollte Günter Grasser wissen. Auch dieses Problem ist wohl bekannt. »Aber Ketten und Boller sind nicht schön«, findet Kraus. Er hoffe, dass der Marktplatz im Sommer bewirtschaftet werde, »Dann wird die Parkerei sicherlich besser.«

Überlegt werde auch, ob man den Marktplatz zur Fußgängerzone erklärt: »Dann kostet das Falschparken nicht zehn, sondern 30 Euro«, erläuterte er. Das halte notorische Wildparker dann vielleicht doch fern. Die Parkerei am Marktplatz sei nicht nur ein optisches Problem, die Autos parken regelmäßig auch den Zugang zur Brauhausgasse so zu, dass im Notfall weder Rettungswagen noch Feuerwehrauto in die Gasse kommen, schilderte ein anderer Bürger. Kraus: »Da müssen wir uns Gedanken machen.«

Die »Parkerei« an der Friedhofstraße, mögliche Medikamentenrückstände im Klärschlamm, Lärm vom Skaterplatz, »Hunde-Tretminen« in der Stadt und der fehlende Eisplatz im Winter waren weitere Themen, die kurz diskutiert wurden. Wo es möglich war, antwortete der Bürgermeister gleich. Themen, die überprüft werden müssen, notierte Mitarbeiter Herbert Herlitz. Und so ging es zügig zum gemütlichen Teil des familiären Treffens über.MARIA DÄUMLER
16.3.2010
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