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BR im Zwiegespräch mit dem Publikum

Intendant Thomas Gruber und Programmmacher stellen sich der Kritik der Zuschauer und Zuhörer
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Bürgernah hat sich der Bayerische Rundfunk am Dienstagabend in Haidhof präsentiert. Im Hochzeitssaal des Hotels Schlossberg wurde die Sendung »BR unterwegs» aufgezeichnet. Rund 80 Gäste aus Gräfenberg und dem südlichen Landkreis konnten dabei Lob, Kritik und Anregungen zum Fernseh- und Radioprogramm des Bayerischen Rundfunks loswerden.

HAIDHOF - So eine Fernsehaufzeichnung ist eine heiße Sache. Rein klimatisch. Die zahllosen Scheinwerfer an der Decke des Hochzeitssaales sorgten nicht nur für die fernsehtaugliche Beleuchtung sondern auch für sommerliche Temperaturen im Raum. Davon auf eine hitzige Debatte zu schließen, wäre allerdings zu weit gegriffen.

»Halten Sie mit Ihrer Meinung nicht hinter dem Berg», hatte Bayern 1-Moderatorin Petra Mentner die Gästen beim »Warm Up» vor der Sendung aufgefordert. Rund zwei Stunden lang hatten sie Zeit, um ihre Anregungen und Wünsche rund um das Hörfunk- und Fernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks loszuwerden. Zusammengefasst auf 45 Minuten wird die Sendung dann am 31. März ausgestrahlt.

Freund des fränkischen Bieres

Dass sich die Senderleitung der Kritik des Publikums stellt, ist Konzept der Sendung. Viermal im Jahr reist Intendant Thomas Gruber mit zahlreichen Programmverantwortlichen und Redakteuren in einen bayerischen Regierungsbezirk. Zwischen Oberbayern und der Oberpfalz war Oberfranken an der Reihe. Die Idee, in Gräfenberg Station zu machen, kam dabei vom Intendanten selbst, der hier ein paar Mal wandern war und ein bekennender Freund des fränkischen Bieres ist.

Vor gut drei Monaten begann Peter Maier, der als Redaktionsleiter von BR-intern für die Produktion der Sendung zuständig ist, mit den Vorbereitungen. Er suchte nach einem geeigneten Veranstaltungsort und nach engagierten Gästen. Schon vor der Sendung klärte er, wer zu welchen Themen etwas sagen will. »Nicht, weil wir Angst vor kritischen Beiträgen haben, sondern um einen Überblick über die Themen zu bekommen», sagt er.

Die begannen bei der Veitshöchheimer Fastnacht, erstreckten sich über die Bereiche Volksmusik und Regionalisierung und endeten beim Thema BR und Jugend. Dabei konnten sich die Programmgestalter um Intendant Gruber und Fernseh-Chefredakteur Sigmund Gottlieb über viel Lob freuen, mussten aber auch auf die eine oder andere - wenngleich recht vorsichtig geäußerte - Kritik reagieren.

Da bemängelte eine Zuschauerin, dass in der Sendung »Wirtshausmusikanten beim Hirzinger» nur selten fränkische Gruppen spielen. Ein anderer kritisierte, dass der Heimatspiegel auf Bayern 2 in den frühen Morgen verlegt wurde und ein Dritter, dass es keinen Tatort aus Franken gebe.

Nur selten konnten die Programmmacher ihrem Publikum Konkretes anbieten. Oftmals blieb es beim Werben um Verständnis. »Wir bemühen uns, es jedem recht zu machen», erklärte Intendant Gruber. Doch ziehe nur eine kleine Programmänderung einen ganzen »Rattenschwanz» an weiteren hinter sich her.

Als Alternative legte er dem Publikum ein ums andere Mal die digitalen Sender in Hörfunk und Fernsehen ans Herz. »Wir spielen es ja, aber eben auf einer anderen Welle», sagte Gruber. Im digitalen Radio, das im April auch terrestrisch zu empfangen ist, finde jeder das, was er im Ukw-Angebot vermisse. Einzige Hürde: das passende Empfangsgerät.

»BR unterwegs» aus Gräfenberg wird am Mittwoch, 31. März, um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt.

Jana Schneeberg (Text) und Roland Huber (Fotos)
18.3.2010
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