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Gabriele Pauli ist in esoterischen Kreisen unterwegs

Politikerin plant Vortrag beim »Zentralrat Souveräner Bürger»
 Gabriele Pauli ist in esoterischen Kreisen unterwegs
Foto: dpa
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SCHWANSTETTEN - Gabriele Pauli (52) kämpft sich zurück in die Öffentlichkeit, mitunter mit Vorträgen in speziellen Kreisen: Die Vorsitzende der Freien Union soll am kommenden Samstag Gastrednerin beim Zentralrat Souveräner Bürger in Schwanstetten sein - einem Zirkel, der den Staat nicht anerkennt.

»Wir wollen näher an die Bürger heran, wir wollen Lobbyisten der Menschen sein», sagt Bastian Saffer (26) aus Cadolzburg, Bundesgeschäftsführer von Paulis Partei, der Freien Union. In diesem Licht sei der Vortrag der Abgeordneten aus dem Landkreis Fürth im Gasthaus »Zum Schwan» zu sehen. Die Parteivorsitzende werde vor allem über den »Mut zur Freiheit» reden. Das Irritierende an der Aktion sind Ort und Publikum: Das frühere Traditionsgasthaus in Schwanstetten im Kreis Roth ist seit eineinhalb Jahren ein offenes Haus für Anhänger des »Zentralrats Souveräner Bürger - Zur Wahrung und Durchsetzung der Menschenrechte» (ZSB).

Eigenwillige Ideen

Eine Vereinigung mit eigenwilligen, zum Teil esoterischen Ideen: Der ZSB lehnt die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland ab, zudem bezweifelt er die Legitimität der verfassungsmäßigen Ordnung, heißt es in einem Bericht des bayerischen Innenministeriums. Die Gruppe verfolge weniger politische als finanzielle Ziele, da »unter Berufung auf die Ablehnung der geltenden Gesetze keine Strafmandate oder Steuern entrichtet werden.»

Mit staatsfernen Gedanken will Paulis Parteikollege, Saffer, aber rein gar nichts am Hut haben. »Inzwischen überlege ich, ob ich die Veranstaltung nicht wieder absagen soll», sagt er auf Nachfrage. Die Sache sei ihm zu heiß geworden. Eigentlich habe man nur die Lokalität nutzen wollen, der Kontakt zum ZSB sei zufälliger Natur. »Mit dem Zentralrat haben wir sonst nichts zu tun.»

»Bündnis der Linde»

Allerdings wirbt der ZSB in einer Rundmail kräftig für die Rede der Fraktionslosen und auch für eine öffentliche Kundgebung Paulis (»ein Treffen mit allen, die die Wahrheit, die Einigkeit und die Liebe finden wollen») einen Tag zuvor in der Nürnberger Innenstadt, die von der Freien Union veranstaltet wird. Zudem heißt es in der Mail, Pauli trete in dem Lokal im Rahmen einer Versammlung beim »Bündnis der Linde» auf.

In dem Bündnis wiederum versammeln sich diverse Gruppen, »um gemeinsam für die Wahrheit zu gehen», so heißt es im Internet. Dazu gehört zum Beispiel die »Deutsche Volkshilfe», eine Initiative, die sich mit anderen vorgenommen hat, »Das Deutsche Volk (...) von der Unterdrückung zu befreien». Außerdem befasst sich die Gruppe seit einiger Zeit »mit Medienmanipulation und daraus resultierenden Lügen».

Nicht verwunderlich also, dass Claudia Aumüller-Karger vom ZSB am Telefon droht, sie würde sich juristische Schritte gegenüber »falscher Berichterstattung» vorbehalten. Außerdem müssten Medienvertreter für den Vortrag der Fürther Ex-Landrätin Plätze reservieren. »Wahrscheinlich ist der Saal aber schnell voll.» Eine Aussage, für die sich Saffer später ausdrücklich entschuldigt.

Johanna Säuberlich
20.3.2010
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