Die Zahlen liegen auf dem Tisch – und sie sprechen eine klare Sprache: Eine Verlängerung der U3 in den Landkreis macht unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten keinen Sinn. Damit ist der Schlusspunkt unter eine Diskussion gesetzt, die immer kontrovers, häufig auch emotional geführt wurde und Gräben aufriss – selbst quer durch die Parteien.
Der Zirndorfer Stadtrat legte die Entscheidung über die U-Bahn – in der Bibertstadt jedoch verknüpft mit der Bebauung des Altfelds – dann lieber gleich in die Hände der Bürger, die unter diesen Umständen nichts von dem attraktiven Nahverkehrsmittel wissen wollten. Der Bürgerentscheid in der Biberstadt kappte den Zirndorfer Ast – der Anfang vom Ende der U 3 im Landkreis war markiert.
So mancher Stadtrat in Zirndorf und Oberasbach dürfte aber nun heimlich aufatmen, bleibt ihm doch in Zeiten knapper Kassen die Entscheidung erspart, die Hand dafür zu heben, künftig Jahr für Jahr sehr viel Geld in den Unterhalt des schnellen Nahverkehrsmittels zu investieren. Das Image als U-Bahn-Stadt mag die eine, die glänzende Seite der Medaille sein, der Weg ins Millionengrab die andere. So ist auch die Diskussion müßig, ob eine historische Chance vertan wurde. Eine U-Bahn, der die Fahrgäste fehlen, gehört sofort aufs Abstellgleis.
Abgehängt wird der Landkreis im ÖPNV dadurch keineswegs. Die S-Bahn kommt heuer nach Oberasbach. Alternativen wie die Bibertbahn und die U 2 nach Stein gilt es zu prüfen. Verwirklicht werden muss dann die beste Lösung – die vom Bürger angenommen wird und auf Dauer bezahlbar ist. HARALD EHM |