FÜRTH Land (sd) — Nach den Zirndorfer Grünen laufen nun auch deren Oberasbacher Parteikollegen Sturm gegen die geplante Westspange über den Bibertgrund. Wie die Zirndorfer Kritiker warnen sie eindringlich vor einer erheblichen Zunahme des Autoverkehrs auf der Rothenburger Straße.
Dies, heißt es in einer Presseerklärung nach der jüngsten Versammlung der Grünen Oberasbachs, sei von Zirndorfer Seite wohl auch so beabsichtigt: Schließlich solle die Trasse vorrangig der Entlastung der Zirndorfer Innenstadt dienen. Gutachten zur Schadstoffbelastung (zuletzt bei der Planfeststellung zum Kaufland-Projekt) belegten bereits jetzt, dass die Anlieger der Rothenburger Straße einer hohen Grundbelastung ausgesetzt seien.
Auch frühere Untersuchungen zitieren die Grünen Oberasbachs in diesem Zusammenhang. Analysen, die begleitend zur ehemaligen Müllverbrennungsanlage entstanden, wiesen überhöhte Dioxinwerte entlang der Rothenburger Straße nach, die auf das hohe Verkehrsaufkommen zurückgeführt wurden.
Die Grünen sehen damit eindeutig die Grenze der Belastung für Anwohner und Natur erreicht. Sie fordern den Zirndorfer Stadtrat auf, die Planung zu überdenken und bei der Anbindung des Pinder-Areals auf öffentliche Verkehrsmittel zu setzen, statt mit einer Autobahn die Lösungen des letzten Jahrhunderts umzusetzen. Nicht autogerecht, sondern menschengerecht muss in Zukunft unser Siedlungsraum werden, so Sprecher Norbert Schikora.
Auch die Grünen Zirndorfs unterstreichen vor dem Hintergrund der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes (bis zum 17. Oktober im Rathaus Zirndorf) ihre Kritik an dem städtebaulichen Großprojekt.
Der uneingeschränkte Schwerpunkt bei der Erschließung liege auf dem motorisierten Individualverkehr. Ergo: Noch mehr Verkehr auf der Rothenburger Straße. Das Verkehrsaufkommen Richtung FunPark eingerechnet, drohe irgendwann der Kollaps auf der Haupteinfallsroute, mahnen sie.
Weder Oberasbach noch Zirndorf nähmen sich der Problematik der über Gebühr belasteten Anwohner ernsthaft an, so Wolfram Schaa. Als Traum verurteilt der Stadtrat und Grünen-Sprecher das Festhalten an der Hoffnung auf eine U-Bahn in den Landkreis: In Zeiten knapper Kassen kaum finanzierbar, geschweige denn zu unterhalten, meint er.
Nicht ohne Süffisanz die grüne Kritik am Bebauungsplan Pinderpark: Die Stadt Zirndorf schafft sich an exponierter Stelle einen städtebaulichen Höhepunkt in Form eines Baumarktes. Und nehme damit bewusst in Kauf, zusätzlichen Verkehr in das Gebiet hineinzuziehen. Aufwendige Lärmschutzvorrichtungen zur direkt angrenzenden Wohnbebauung seien schon Bestandteil des Bebauungsplanes. Ein Gebiet mit hohem städtebaulichen Potenzial sehen die Grünen der Bibertstadt damit von Beginn an entwertet. Ungeschickter kann man dieses Filetstück der Stadtentwicklung kaum nutzen. Wohn- und Aufenthaltsqualität würden infolge eines absehbar hohen Verkehrsaufkommen von vornherein beschnitten. |