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Geheimtipps aus dem Feuilleton

Fado aus Portugal - Jazz vom Balkan - Reggae aus Sierra Leone
 Geheimtipps aus dem Feuilleton
Foto: PR
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Stimme der Leidenschaft

Neben Misia, Mariza und Christina Branco ist Dulce Pontes die wichtigste Fado-Sängerin der jüngeren Generation. Das zauberhafte Doppelalbum »Momentos« (Galileo Music) lässt die zwanzigjährige Karriere des portugiesischen Gesangsstars Revue passieren. Es enthält auch einige bisher unveröffentlichte (Live-)Aufnahmen, ein Duett mit José Carreras und Kompositionen von Ennio Morricone. Wer die leidenschaftliche Stimme von Dulce Pontes einmal gehört hat, wird sie nie mehr vergessen.

Empfindsame Reise

Der britische Schriftsteller Laurence Sterne (1713-1768) gilt als einer der Urväter des modernen Romans und hat mit seinem »Tristram Shandy« Literaturgeschichte geschrieben. Weniger bekannt ist »Eine empfindsame Reise durch Frankreich und Italien«. Jetzt liegt dieser feuchtfröhliche Reisebericht in einer hübschen Neuausgabe und in der neuen Übersetzung von Michael Werner vor (Galiani, Berlin , 359 Seiten, 24,95 Euro). Bleibt abzuwarten, ob heutige Leser die literarische Rarität (und damit die romantische Reise ins Innenleben von Mr. Yorick) zu schätzen wissen.

Magie des Balkan

Mit ihrem Debütalbum sorgte die albanische Sängerin Elina Duni für andächtiges Staunen in der Jazz-Szene. So kunstvoll und klischeefrei hatte man die Musik des Balkans noch nie gehört. »Lume Lume« (meta records) heißt die zweite CD, die Elina Duni mit ihrem hervorragenden Schweizer Jazz-Quartett aufgenommen hat. Am Rezept hat sich wenig geändert: Bestimmend ist die Spannung zwischen traditionellen Liedern aus Südosteuropa und zeitgenössischer Jazz-Spielweise. Über allem schwebt die Stimme Elina Dunis traumverloren und melancholisch.

Reggae als Rettung

Musik heilt (fast) alle Wunden. Wie sonst ist die unglaubliche Geschichte der Sierra Leone’s Refugee All Stars zu erklären. Die Band wurde 1997 von Bürgerkriegsopfern in einem Flüchtlingslager in Guinea gegründet. Mit Hilfe der Musik gelang es der Gruppe, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Ihr zweites Album »Rise & Shine« (Exil Musik) haben die All Stars in New Orleans aufgenommen. Westafrikanische Roots- und Reggaemusik als Überlebensmittel mit politischer Botschaft.

radl
4.5.2010
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