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Die Kirche hielt Missbrauch lange Zeit verborgen

Bericht des Justizministeriums an den Landtag kommt zu eindeutigem Ergebnis
 Die Kirche hielt Missbrauch lange Zeit verborgen
Kirchenaustritte
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MÜNCHEN - Die katholische Kirche hat Fälle von sexueller und körperlicher Gewalt gegen Kinder über Jahrzehnte vor der Justiz verborgen gehalten.

Das geht aus einem Bericht des Justizministeriums an den Rechtsausschuss des Landtags hervor. In diesem Jahr habe es im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch und körperlichen Misshandlungen 41 Ermittlungsverfahren und 55 Fälle von Vorermittlungen gegeben, sagte Helmut Seitz, der Abteilungsleiter Strafrecht des Ministeriums.

Nur zwei der knapp hundert Verdachtsfälle betreffen laut Ministerium die evangelische Kirche, der Rest spielte sich in katholischen Einrichtungen ab. »Über Jahre hinweg sind die Verfahren nicht annähernd so häufig aufgetreten wie in den vergangenen Wochen«, sagte Seitz. Nicht selten habe sich gezeigt, dass die Verdachtsfälle innerkirchlich seit langem bekannt waren. »Sie wurden damals nicht den Behörden mitgeteilt, sondern intern geregelt.«

So wurden laut Bericht mehrfach auffällig gewordene Geistliche an andere Orte versetzt. »Das ist eine Art des Umgangs mit den Opfern, die man als in hohem Maße zynisch bezeichnen muss«, sagte dazu die stellvertretende Ausschuss-Chefin Petra Guttenberger (CSU).

Allerdings kann die Justiz bei weit mehr als der Hälfte der gemeldeten Fälle nicht mehr aktiv werden, weil die Geschehnisse verjährt oder die verdächtigten Geistlichen bereits tot sind. Aktuell laufe die Zusammenarbeit mit den Kirchen aber »reibungslos«, betonte Seitz.

Alle Fraktionen unterstrichen, dass sie die katholische Kirche nicht einseitig angreifen wollten. Dennoch wurde Kritik laut: Der SPD-Abgeordnete Peter Paul Gantzer stellte die Frage, ob die Häufung der Fälle in der katholischen Kirche mit dem Zölibat zusammenhängt.

»Kirchliche Einrichtungen sind von ihren Strukturen her für solche Fälle besonders anfällig«, meinte der FDP-Innenexperte Andreas Fischer. Als Begründung nannte er die »Abgeschlossenheit« kirchlicher Einrichtungen und das »besondere Autoritätsverhältnis«. Die Grünen glauben nicht, dass heute - vor allem im privaten Umfeld - weniger Kinder missbraucht werden als früher.

dpa
7.5.2010
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