Nachrichten und Informationen aus FrankenNuernberger Nachrichten aktuellNuernberger Zeitung aktuell Ausklang mit Cello
   
 

Ausklang mit Cello

Klosterfrühling zu Ende - Brillanter Chor:»Vocanta«
 Ausklang mit Cello
Foto: Seyb
Bitte Bild anklicken!
Mit einem bemerkenswerten Konzert unter dem Titel »Chor trifft Cello« verabschiedete sich der Münchauracher Klosterfrühling 2010. Getreu dem Motto dieser Konzertreihe »Alte und neue geistliche Musik« präsentierte der Erlanger Chor Vocanta unter Leitung von Joachim Adamczewski Werke von der Renaissance bis in die Neuzeit. Höhepunkt war das »Stabat mater« von Knut Nystedt, begleitet von der Cellistin Katja Kuen.

Mit dem ergreifenden »Pater noster« von Jacobus Gallus (1550-1591) stimmte der Chor, der heuer sein 25-jähriges Bestehen feiert, seine Zuhörer auf den Konzertabend ein. Den Wechselgesang der Männer- und Frauenstimmen im Stil Gregorianischer Gesänge, aufgeteilt in einen achtstimmigen Doppelchor, meisterten die rund 40 Sängerinnen und Sänger hervorragend.

Bach stimmungsvoll

Nicht fehlen durfte der große Kirchenmusiker Johann Sebastian Bach (1685-1750). Auch dessen Motette »Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf« verstand der Chor sehr stimmungsvoll zu gestalten. Einen Abstecher in das 20. Jahrhundert machte Vocanta mit der 1920 entstandenen »Messe in g-Moll« von Ralph Vaughan Williams (1872-1958) für Soli und ebenfalls achtstimmigen Doppelchor. Hier überzeugten die Sänger ebenso mit lupenreiner Intonation und differenzierter Dynamik. Auf sanfte, leise Töne folgte im »Credo« ein brausender Jubelgesang.

Ergreifende Aufführung

Auch die Solisten Franziska Büdke (Sopran), Renate Kaschmieder (Alt), Martin Platz (Tenor) und Felix Rathgeber (Bass) gestalteten ihre Parts überzeugend und trugen zu einer so ergreifenden Aufführung bei, dass die Zuhörer nach den letzten Tönen der Messe geradezu den Atem anzuhalten schienen.

Mit dem Choral »Ehre sei Gott in der Höhe« kam dann der Romantiker Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) zu Wort. Das »Stabat mater« von Kurt Nystedt (geb. 1915) beschreibt die Szene unter dem Kreuz, wie sie auch am Hauptaltar der Klosterkirche dargestellt ist.

Kongeniale Begleiterin

Als kongeniale Begleiterin des exzellenten Chores erwies sich die Solistin Katja Kuen. Die mehrfach ausgezeichnete Cellistin ist seit zehn Jahren Mitglied der Bamberger Symphoniker. Mit ihrem brillanten Spiel verstand sie es, die Dramatik der Szene darzustellen. Schnelle Lagenwechsel, klagende Läufe und unerwartete Pizzicati beschrieben den Schmerz der Gottesmutter.

Es entspann sich gleichsam ein Dialog zwischen Chor und Cello, das den Gesang begleitete, dessen Wirkung verstärkte, bisweilen aber auch zu widersprechen schien. Mit langem herzlichem Beifall bedankten sich die Zuhörer, und Chor und Cellistin gewährten als Zugabe noch die Vertonung eines Gedichts von Hermann Hesse.

Elke Seyb
11.5.2010
Mehr vom aktuellen Tagesgeschehen lesen Sie in Ihrer Zeitung. Jetzt abonnieren Link auf ein externes Angebot
 
  © NORDBAYERN.DE